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Jury verurteilt Leerverkäufer Andrew Left wegen Wertpapierbetrugs

Eine US-Geschworenenjury befand den Citron-Research-Gründer nach 15-tägigem Prozess in 13 von 17 Anklagepunkten für schuldig.

Jury verurteilt Leerverkäufer Andrew Left wegen Wertpapierbetrugs

Eine US-Bundesjury hat den bekannten Short-Aktivisten Andrew Left am Montag des Wertpapierbetrugs für schuldig befunden. Das US-Justizministerium bestätigte das Urteil, das nach zweitägigen Beratungen der Geschworenen erging. Left, der Gründer und Leiter von Citron Research, gehört seit mehr als einem Jahrzehnt zu den bekanntesten und einflussreichsten Leerverkäufern der USA.

Die Geschworenen befanden Left der Beteiligung an einem Wertpapierbetrugssystem sowie in 12 von 16 weiteren Anklagepunkten im Zusammenhang mit spezifischen Handelsgeschäften für schuldig. In vier weiteren Punkten wurde er freigesprochen. Das Strafmaß soll am 31. August verkündet werden.

Vorwürfe: Manipulation über soziale Medien und TV

Die US-Behörden hatten Left im Juli 2024 angeklagt. Ihm wurde vorgeworfen, den Aktienmarkt manipuliert und Anleger mit irreführenden Angaben über seine Positionen in Aktien verschiedener Unternehmen – darunter Nvidia und Tesla – betrogen zu haben. Dabei soll er mindestens 20 Millionen US-Dollar erzielt haben.

Die Staatsanwaltschaft warf dem 55-Jährigen vor, seinen Einfluss über soziale Medien und Auftritte im Kabelfernsehen ausgenutzt zu haben, um seine angeblichen Handelsgeschäfte anzupreisen – nur um seine Positionen anschließend schnell und heimlich zu schließen und von kurzlebigen Kursbewegungen zu profitieren. Damit Lefts Plan aufging, mussten Kleinanleger glauben, dass er seinen Worten Taten folgen ließ. Die Staatsanwälte luden mehrere Kleinanleger als Zeugen vor, die nach Angaben der Anklage durch Lefts Empfehlungen geschädigt worden waren.

Darüber hinaus warfen die Staatsanwälte Left vor, gegen Entschädigung Hedgefonds informiert zu haben, bevor er seine Positionen öffentlich machte – und diese Absprachen durch gefälschte Rechnungen verschleiert zu haben. Als Beweise dienten private Nachrichten von Left sowie Belege für seine Hinterzimmer-Geschäfte.

Left trat selbst in den Zeugenstand

Während des 15-tägigen Prozesses stellten die US-Staatsanwälte Left als Opportunisten dar, der davon profitierte, Kleinanleger in Schrecken zu versetzen. Die Verteidigung hingegen argumentierte, Left habe aufrichtig an seine Aktienempfehlungen geglaubt. In einem ungewöhnlichen und riskanten Schritt trat Left selbst in den Zeugenstand, um seine Anlageentscheidungen zu erläutern.

Nach dem Urteil meldete sich Left auf seinem X-Konto von Citron Research zu Wort: „Kein einziges Mal hat jemand gesagt, dass ich gelogen habe. Es gab keine falschen Aussagen." Weiter schrieb er: „Wir sind nicht der Meinung der Geschworenen, und das ist noch nicht das Ende. Wir werden weiter für freie, ehrliche Meinungsäußerung und Chancen kämpfen, das Rückgrat dieses Landes. Das ist noch nicht vorbei."

Drohende Strafe und rechtliche Einordnung

Left droht eine gesetzliche Höchststrafe von 25 Jahren Bundesgefängnis für den Anklagepunkt des Wertpapierbetrugssystems sowie bis zu 20 Jahre Bundesgefängnis für jeden weiteren Punkt des Wertpapierbetrugs. Ein Anwalt von Left reagierte zunächst weder auf Anfragen noch auf Fragen zu einer möglichen Berufung.

Einige Rechtsexperten hatten das Vorgehen des Justizministeriums als aggressiv eingestuft. Leerverkäufer berufen sich häufig auf das US-amerikanische Recht auf freie Meinungsäußerung (First Amendment) und argumentieren, es stehe Anlegern frei, ihre Meinung zu ändern. Das Urteil gegen Left gilt als bedeutender Schlag gegen eine umstrittene Gruppe von Short-Aktivisten, die seit Jahren börsennotierte Unternehmen in den USA und im Ausland mit Vorwürfen von Betrug und Missmanagement unter Druck setzen.

Leerverkäufer – auf Englisch „Short Sellers" – versuchen, von fallenden Aktienkursen zu profitieren, indem sie Aktien leihen, verkaufen und später zu einem niedrigeren Preis zurückkaufen. Left ging dabei auch Long-Positionen ein, also Wetten auf steigende Kurse. Bekannt für seinen reißerischen und schillernden Stil, zog er mit seinen Berichten den Zorn zahlreicher Unternehmen auf sich, die versuchten, seine Wetten einzudämmen.

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