JX Advanced Metals kürzt Kupferproduktion deutlich
Konzern plant Kapazitätsabbau und setzt stärker auf Halbleitermaterialien

JX Advanced Metals will seine Kupferproduktion im laufenden Geschäftsjahr deutlich zurückfahren. Nach Angaben von Präsident Yoichi Hayashi sollen die Mengen im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen um mehrere zehntausend Tonnen sinken. Hintergrund sind die stark gesunkenen Behandlung- und Raffiniergebühren sowie der erschwerte Zugang zu Kupferkonzentraten, die die Gewinnmargen erheblich belasten. Das Unternehmen will bis März zudem einen Fahrplan vorstellen, wie die Schmelzkapazitäten langfristig reduziert werden sollen.
Japanische Hüttenbetriebe stehen derzeit unter Druck, weil die Versorgung mit Konzentraten knapp ist und in China neue Kapazitäten aufgebaut werden. Dort hatten einige Hüttenwerke im Juni Vereinbarungen mit dem chilenischen Bergbaukonzern Antofagasta getroffen, Kupfer ohne zusätzliche Gebühren zu verarbeiten – ein bisher unerreichter Tiefststand. JX, mit einer Produktionskapazität von 450.000 Tonnen pro Jahr einer der größten Kupferschmelzer Japans, hatte bereits im Juni mögliche Kürzungen in Aussicht gestellt. Das Geschäftsjahr des Unternehmens endet im März.
Etwa die Hälfte der veredelten Kupfermenge wird exportiert, vor allem nach China. Dort könnte die Nachfrage allerdings sinken, da neue heimische Werke ihre Produktion ausweiten. Auch Wettbewerber wie Mitsubishi Materials prüfen derzeit Einschnitte. Trotz der geplanten Kürzungen betont Hayashi die Bedeutung der Schmelzbetriebe für die Rückgewinnung seltener Metalle wie Tantal, die für Halbleitermaterialien und damit für ein zentrales Wachstumsfeld von JX unverzichtbar sind.
In den laufenden Verhandlungen mit internationalen Minenbetreibern konnten sich die japanischen Schmelzer bislang nicht auf neue TC/RC-Sätze einigen, weshalb langfristige Lieferverträge ausgesetzt wurden. Laut Hayashi seien jedoch einige Produzenten bereit, mit japanischen Firmen von den chinesischen Benchmark-Vereinbarungen abweichende Konditionen zu verhandeln, um die Stellung des viertgrößten Schmelzsektors der Welt zu sichern.
Parallel treibt JX den Umbau des Geschäftsmodells voran und richtet sich stärker auf Materialien für die Halbleiterindustrie aus. Im Juni hatte das Unternehmen den Erwerb einer Beteiligung am australischen Copi-Mineralsand-Projekt des Unternehmens RZ Resources angekündigt, um sich den Zugang zu seltenen Metallen für die Chipproduktion zu sichern. Hayashi erklärte, dass weitere Beteiligungen geplant seien, die jedoch deutlich kleiner ausfallen sollen als frühere Engagements im Kupferbergbau, die hohe Abschreibungen nach sich zogen.
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Zur AktienanalyseSeit dem Börsengang im März hat JX seine Entscheidungsprozesse gestrafft und den Austausch mit Investoren intensiviert. Das Unternehmen erhöhte kürzlich seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Hayashi äußerte sich zuversichtlich, die Ziele für das Geschäftsjahr 2027 zu erreichen, darunter eine operative Marge von 12 bis 17 Prozent. Für das Jahr 2040 strebt JX eine Verdoppelung des operativen Gewinns auf 250 Milliarden Yen an. Dieses Ziel soll neben organischem Wachstum auch durch größere Übernahmen ab dem Geschäftsjahr 2028 unterstützt werden.


