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Kampfsport-Verbände prüfen Marihuana-Atemtest für Athleten

Cannabix Technologies präsentiert Box- und MMA-Regulierungsbehörden ein THC-Atemtestgerät zum Nachweis zeitnahen Cannabiskonsums bei Kämpfern.

Kampfsport-Verbände prüfen Marihuana-Atemtest für Athleten

Das kanadische Unternehmen Cannabix Technologies Inc. wirbt aktiv bei Box- und Mixed-Martial-Arts-Verbänden (MMA) für seinen Marihuana-Atemtest. Das Gerät soll den zeitnahen Cannabiskonsum von Kämpfern unmittelbar vor oder nach Wettkämpfen nachweisen. Auf der Jahrestagung der Association of Boxing Commissions and Combative Sports (ABC) im amerikanischen Orlando präsentiert das Unternehmen seine Technologie in einer 30-minütigen Sitzung.

Die Konferenz richtet sich an Regulierungsbehörden im Kampfsport, Sportkommissare, Schiedsrichter und weitere Akteure aus dem Profiboxen, MMA und anderen Kampfsportarten. Cannabix sieht in diesem Publikum potenzielle Endnutzer und will die Diskussion über den praktischen Einsatz des Geräts vorantreiben.

Warum ein Atemtest statt herkömmlicher Proben?

Der entscheidende Unterschied zu klassischen Drogentests liegt im Zeitfenster des Nachweises. „Im Gegensatz zu herkömmlichen Probenentnahmen, die Cannabiskonsum noch lange nach dem Abklingen potenzieller Wirkungen nachweisen können, ist der THC-Atemtest darauf ausgelegt, den jüngsten Konsum zeitnah zum Wettkampf, Training oder zur Überprüfung von Vorfällen zu erfassen", erklärte Cannabix in einer Pressemitteilung.

Cannabix beschreibt das Verfahren als schnell und „nicht-invasiv". Für den Kampfsport, bei dem Reaktionszeit, Hand-Augen-Koordination, Gleichgewicht und Situationsbewusstsein entscheidend sind, könnte ein solches Instrument besonders relevant sein. Das Unternehmen argumentiert, dass herkömmliche Tests keine verlässliche Aussage darüber treffen können, ob ein Athlet zum Zeitpunkt des Wettkampfs tatsächlich unter dem Einfluss von Cannabis steht.

Rav Mlait, CEO von Cannabix, betonte den regulatorischen Bedarf: „Regulierungsbehörden im Kampfsport und Sportkommissionen suchen nach praktischen Instrumenten, die die Sicherheit der Athleten verbessern und gleichzeitig den Realitäten der sich entwickelnden Cannabisgesetze Rechnung tragen."

Laborpartner unterstreicht Relevanz für Athletensicherheit

Jerry Crosby, Präsident von Omega Laboratories und strategischer Laborpartner von Cannabix, wird die Präsentation auf der Konferenz leiten. Er erklärte: „Der Wert von Atemtests besteht darin, dass sie in Umgebungen, in denen der Zeitpunkt des Drogenkonsums eine Rolle spielt, zeitrelevantere Informationen liefern können als herkömmliche Testmethoden."

Crosby ergänzte, dass Tests auf zeitnahen Konsum, unterstützt durch Laborentnahmen, den Regulierungsbehörden ein praktischeres Instrument für cannabisbezogene Bewertungen bieten könnten. Gerade im Kampfsport, wo medizinische Entscheidungen und die Sicherheit der Athleten von zentraler Bedeutung sind, sei dies besonders relevant.

Wachsende Cannabis-Legalisierung stellt Sportverbände vor neue Fragen

Der Hintergrund dieser Entwicklung ist die zunehmende Legalisierung von Cannabis in den USA und weltweit. Sportkommissionen und Sanktionsverbände stehen laut Cannabix „zunehmend vor der Herausforderung, die Rechte der Athleten, die öffentliche Sicherheit und die Integrität des Wettbewerbs in Einklang zu bringen."

Die Ultimate Fighting Championship (UFC), die weltweit größte MMA-Organisation, hat Marihuana im Jahr 2023 von ihrer Liste der verbotenen Substanzen gestrichen. Im darauffolgenden Jahr warnte die UFC jedoch Kämpfer, die in Kalifornien antreten, den Cannabiskonsum „sofort" einzustellen. Hintergrund war eine staatliche Sportkommission, die ankündigte, Strafen verhängen zu können, wenn Athleten vor einer Veranstaltung positiv auf THC über einem bestimmten Grenzwert getestet würden.

Auch Nevada, ein zentraler Austragungsort für Kampfsportveranstaltungen, reagierte auf die veränderte Rechtslage. Im Jahr 2024 verabschiedeten dortige Behörden eine Regeländerung, die Athleten vor Strafen für den Konsum oder Besitz von Marihuana gemäß staatlichem Recht schützt. Diese unterschiedlichen Regelungen auf Bundes- und Staatsebene verdeutlichen, warum Verbände nach einheitlichen, praxistauglichen Testlösungen suchen.

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