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Kanada plant Guerilla-Verteidigung gegen mögliche US-Invasion

Erstmals seit 100 Jahren modelliert Ottawa ein Verteidigungsszenario gegen die USA. Militärplaner setzen auf irreguläre Kriegsführung, da konventionelle Streitkräfte gegen einen US-Angriff chancenlos wären.

Kanada plant Guerilla-Verteidigung gegen mögliche US-Invasion

Die kanadischen Streitkräfte haben ein theoretisches Verteidigungsmodell gegen eine hypothetische US-Invasion entwickelt. Dies berichtet die kanadische Zeitung The Globe and Mail unter Berufung auf zwei hochrangige Regierungsbeamte. Es ist das erste Mal seit einem Jahrhundert, dass Kanada offiziell einen Angriff seines wichtigsten NATO-Verbündeten durchspielt.

Konventionelle Verteidigung aussichtslos

Militärplaner räumen ein, dass Kanada weder über ausreichendes Personal noch über die notwendige militärische Ausrüstung verfügt, um einem umfassenden US-Angriff standzuhalten. Strategische Analysen gehen davon aus, dass amerikanische Streitkräfte Kanadas wichtigste Land- und Seepositionen innerhalb von zwei bis sieben Tagen einnehmen könnten. Eine konventionelle Verteidigung erscheint damit unmöglich.

Guerilla-Taktik nach afghanischem Vorbild

Die Verteidigungsstrategie setzt daher auf irreguläre Kriegsführung. Geplant sind Sabotageakte, Drohnenangriffe und Hit-and-Run-Taktiken nach dem Vorbild der afghanischen Mudschaheddin und Taliban. Kleine Gruppen bewaffneter Zivilisten und irregulärer Militäreinheiten sollen durch Hinterhalte einer Besatzungsmacht maximale Verluste zufügen.

Der pensionierte Generalmajor David Fraser verdeutlicht die psychologische Dimension: "Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen der Verteidigung eines anderen Landes, wie es die Kanadier in Afghanistan taten, und der Verteidigung von Windsor, Ontario." Kanadische Soldaten würden entlang der Grenze stationiert, obwohl ein militärischer Sieg gegen die USA unrealistisch sei.

Trump-Rhetorik als Auslöser

Die Planungen erfolgen vor dem Hintergrund aggressiver Äußerungen der Trump-Administration. Präsident Trump hatte wiederholt gefordert, Kanada solle der "51. Bundesstaat" werden, und zeigt territoriale Ambitionen in der Arktis und gegenüber Grönland. Kanadische Beamte bewerten die aktuelle US-Regierung zunehmend als potenzielle Bedrohung.

Internationale Unterstützung erwartet

Fraser betont, dass eine Verletzung der kanadischen Souveränität internationale Konsequenzen hätte: "Wenn Sie Kanada angreifen, wird die Welt Sie verfolgen, noch mehr als im Falle Grönlands." Die Modellierung dient als deutliches Signal für die gewandelte Bedrohungswahrnehmung in Ottawa gegenüber dem langjährigen Sicherheitspartner USA.

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