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Kanada und USA führen positive Freihandelsgespräche zur USMCA-Überprüfung

Minister LeBlanc zeigt sich nach Treffen mit US-Handelsbeauftragtem Greer in Washington optimistisch – Details bleiben vorerst offen.

Kanada und USA führen positive Freihandelsgespräche zur USMCA-Überprüfung

Kanada und die USA haben ein positives Treffen zur Überprüfung ihres gemeinsamen Freihandelsabkommens USMCA abgehalten. Das erklärte Dominic LeBlanc, der für den Handel zwischen Kanada und den USA zuständige Minister, am Dienstag in Washington. LeBlanc traf sich gemeinsam mit Kanadas Chefunterhändlerin Janice Charette mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer, lehnte es jedoch ab, nähere Details zum Inhalt der Gespräche zu nennen.

„Wir haben Botschafter Greer eine Reihe spezifischer Vorschläge unterbreitet, die wir im breiteren Kontext der nordamerikanischen Wirtschaft für sinnvoll halten und die auf einige langjährige Fragen reagieren, die die Vereinigten Staaten uns gegenüber aufgeworfen haben", sagte LeBlanc. Er kündigte an, nächste Woche erneut mit Greer in Kontakt zu stehen. „Ich bleibe optimistisch, was die Zusammenarbeit mit den Amerikanern betrifft – und wir haben bis zum 1. Juli noch viel Arbeit vor uns", fügte er hinzu.

Auf die Frage, ob die zuvor ausgesetzten Gespräche nun wieder aufgenommen wurden, antwortete LeBlanc mit einem klaren Ja. „Betrachten Sie sie als aufgetaut", sagte er. Trump hatte Ende letzten Jahres alle Gespräche mit Kanada ausgesetzt, nachdem die Provinz Ontario einen Werbespot mit dem ehemaligen Präsidenten Ronald Reagan ausgestrahlt hatte, in dem dieser vor den Folgen von Zöllen und Handelskriegen warnte.

Kanadas wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA

Die Bedeutung eines funktionierenden Handelsabkommens für Kanada ist enorm. Fast 70 Prozent der kanadischen Exporte gehen in die USA. Trotz einer Reihe von Zöllen auf bestimmte kanadische Sektoren gelangen derzeit fast 90 Prozent der Produkte zollfrei in den US-Markt. Die USA haben jedoch Zölle auf Stahl, Aluminium und Automobile erhoben, die der kanadischen Wirtschaft spürbar geschadet haben. LeBlanc bestätigte, dass er das Thema der sektoralen Zölle bei seinem Treffen mit Greer angesprochen habe.

Kanadas Premierminister Mark Carney versucht zwar, den Handel zu diversifizieren und neue globale Allianzen zu schmieden, doch die strukturelle Abhängigkeit von den USA bleibt eine zentrale Herausforderung für die kanadische Wirtschaftspolitik. Chefunterhändlerin Charette formulierte das angestrebte Ziel klar: Das beste Ergebnis wäre eines, bei dem Kanada „die niedrigstmöglichen Zölle auf den kleinstmöglichen Warenkorb bei maximalem Marktzugang für kanadische Produkte erhält, und zwar so, dass der Wert des USMCA erhalten bleibt."

Kanada bisher von Mexiko-Gesprächen ausgeschlossen

Ein heikler Punkt in den laufenden Verhandlungen ist die Rolle Mexikos. Greer hatte sich vergangene Woche mit mexikanischen Vertretern zu bilateralen Gesprächen über die USMCA-Überprüfung getroffen – Kanada war dabei von den Diskussionen ausgeschlossen. Im Rahmen dieser Gespräche gab das Büro des US-Handelsbeauftragten bekannt, dass alle in Nordamerika gebauten Pkw und Lkw wertmäßig 50 Prozent US-Inhalt aufweisen sollen, wodurch der regionale Gesamtanteil auf 82 Prozent steigen würde. Eine Bestimmung zur Anrechnung kanadischer Automobilanteile war in dem Vorschlag jedoch nicht enthalten.

Die USA und Mexiko haben für Juni und Juli zwei weitere Verhandlungsrunden angesetzt. Pläne für bi- oder trilaterale Gespräche mit Kanada wurden bisher nicht bekannt gegeben. Mexikos Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard bekräftigte unterdessen die Unterstützung seines Landes für eine Verlängerung des trilateralen Handelsabkommens. In einem Brief an Greer und LeBlanc schrieb er, Mexikos Position sei es, „Vereinbarungen anzustreben, die allen drei Nationen mit gegenseitigem Respekt und Konsens zugutekommen" – ein Schreiben, das weithin als Unterstützung für die Einbeziehung Kanadas in die Gespräche gewertet wird.

Kanada übermittelte den USA und Mexiko am Dienstag seinerseits ein Schreiben, in dem es seine Empfehlungen für eine Verlängerung des trilateralen Handelsabkommens um 16 Jahre darlegte. Gleichzeitig strebt Ottawa parallele Gespräche über sektorale Zölle an. LeBlanc kommentierte die bisherigen Schwierigkeiten mit einem bildhaften Vergleich: „Diese Reise verlief nicht ohne Turbulenzen. Wenn es Turbulenzen gibt, schnallt man sich nicht ab, rennt den Gang auf und ab und tritt die Cockpittür ein."

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