Kanadas Inflation steigt auf 2,8% – Iran-Krieg treibt Benzinpreise
Steigende Energiekosten durch den Iran-Krieg beschleunigen Kanadas Inflation im April auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren.

Kanadas jährliche Inflationsrate ist im April auf 2,8% gestiegen, nach 2,4% im März. Damit erreichte der Verbraucherpreisindex (VPI) zum ersten Mal seit fast zwei Jahren diese Marke. Haupttreiber ist ein massiver Anstieg der Benzinpreise, ausgelöst durch den seit dem 28. Februar andauernden Krieg im Iran, der die weltweiten Rohölpreise stark in die Höhe getrieben hat. Die Daten veröffentlichte Statistics Canada am Dienstag.
Trotz des deutlichen Anstiegs blieb die Inflation unter den Erwartungen der Analysten. Von Reuters befragte Ökonomen hatten eine jährliche Rate von 3,1% sowie eine monatliche Rate von 0,7% prognostiziert. Auf Monatsbasis lag die Inflation im April tatsächlich bei 0,7% – genau im Rahmen der Prognosen. Preisrückgänge bei Reisen, Touren, Beherbergungskosten sowie Möbeln dämpften den Gesamtanstieg auf Jahresbasis.
Benzinpreise als zentraler Inflationstreiber
Die Benzinpreise stiegen im April um 28,6% und haben seit Kriegsbeginn sogar um über 38% zugelegt. Dies trieb die Transportkosten im April um 7,6% nach oben – der höchste Wert seit November 2022. Zusätzlich fiel im April 2025 die Abschaffung der CO2-Abgabe für Verbraucher aus dem Zwölfmonatszeitraum heraus, was laut Statistics Canada ebenfalls Aufwärtsdruck auf nahezu alle Positionen im VPI-Warenkorb ausübte.
Weitere nennenswerte Preissteigerungen auf Jahresbasis verzeichneten Lebensmittel mit einem Plus von 3,5% – nach einem Anstieg von 4,0% im März. Die Mieten verteuerten sich um 3,6%, und die Preise für Personenkraftwagen legten um 2,8% zu. Diese Kategorien belasten vor allem Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen spürbar.
Kerninflation gibt nach – Bank of Canada im Fokus
Die von der Bank of Canada besonders beobachteten Kerninflationsmaße entwickelten sich hingegen rückläufig. Der VPI-Median, der die mittlere Komponente des Warenkorbs misst, sank von 2,3% im März auf 2,1% im April. Der VPI-Trim, der extreme Preisausschläge herausfiltert, fiel von 2,2% auf 2,0%. Diese Werte signalisieren, dass der zugrunde liegende Inflationsdruck trotz des Gesamtanstiegs moderat bleibt.
Am Geldmarkt gingen nach Veröffentlichung des VPI-Berichts die Wetten auf eine baldige Zinserhöhung zurück. Eingepreist wird nun eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte erst im Oktober. Der kanadische Dollar reagierte mit Verlusten und gab um 0,20% auf C$1,3766 gegenüber dem US-Dollar nach, was 72,64 US-Cent entspricht. Die Renditen zweijähriger kanadischer Staatsanleihen fielen um 4 Basispunkte auf 2,782%.
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