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Kanadas Inflation steigt im Mai auf 29-Monats-Hoch

Die jährliche Inflationsrate kletterte auf 3,2 Prozent – getrieben von stark gestiegenen Benzinpreisen infolge des Iran-Konflikts.

Kanadas Inflation steigt im Mai auf 29-Monats-Hoch

Kanadas Inflationsrate hat sich im Mai stärker als erwartet auf 3,2 Prozent beschleunigt und damit den höchsten Stand seit 29 Monaten erreicht. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg auf 3,0 Prozent gerechnet, nachdem die Rate im April noch bei 2,8 Prozent gelegen hatte. Als Haupttreiber gelten die deutlich gestiegenen Benzinpreise, die durch den Iran-Konflikt und die damit verbundenen höheren Rohölpreise angeheizt wurden.

Die Daten von Statistics Canada (StatsCan) zeigen, dass die Benzinpreise im Mai im Jahresvergleich um satte 33,2 Prozent zulegten. Laut StatsCan zahlten Verbraucher damit mehr für Benzin als beim vorangegangenen Höchststand vor vier Jahren, als Russland in die Ukraine einmarschierte. Dies trieb die Transportkosten, die fast 18,5 Prozent des Verbraucherpreisindex (VPI)-Warenkorbs ausmachen, im Jahresvergleich um 9 Prozent in die Höhe.

Auch auf monatlicher Basis überraschte die Inflation: Der monatliche Zuwachs betrug 1,0 Prozent und übertraf damit die Erwartungen von 0,8 Prozent. Es handelt sich um den höchsten monatlichen Anstieg seit 15 Monaten.

Kerninflation bleibt stabil – Wohnkosten dämpfen den Anstieg

Trotz der hohen Gesamtinflation blieb die Kerninflation im Mai weitgehend stabil. Der Median-VPI lag bei 2,1 Prozent, der getrimmte VPI (CPI-trim), der extreme Preisausreißer herausfiltert, bei 2,0 Prozent. Auch der VPI ohne Benzinpreise stieg zwar auf 2,2 Prozent nach 2,0 Prozent im April, bleibt aber auf einem moderaten Niveau.

Die Wohnkosten, die mit knapp 30 Prozent den größten Anteil am VPI-Warenkorb stellen, stiegen im Mai lediglich um 1,7 Prozent – nach 1,8 Prozent im April. Besonders die Hypothekenkosten, die im vergangenen Monat um 0,2 Prozent sanken, wirkten dämpfend. Damit federten die Wohnkosten einen Teil des Preisdrucks aus den Bereichen Transport und Lebensmittel ab.

Die Lebensmittelpreise, die rund 17 Prozent des VPI-Warenkorbs ausmachen, stiegen im Mai um 3,8 Prozent nach 3,5 Prozent im April. StatsCan führte dies insbesondere auf teureres frisches Obst und Gemüse zurück: Frisches Obst verteuerte sich um 5,3 Prozent, frisches Gemüse sogar um 9,0 Prozent. Auch die Kosten für Freizeit und alkoholische Getränke trugen zum Anstieg des Kern-VPI bei.

Bank of Canada sieht keine breite Inflationsgefahr

Die Bank of Canada dürfte ihre Einschätzung zur zugrunde liegenden Inflation angesichts der Daten kaum revidieren. Die Zentralbank hatte Anfang des Monats erklärt, es gebe nur begrenzte Anzeichen dafür, dass die höheren Energiepreise eine breit angelegte Inflation anheizen würden. Die stabilen Kerninflationswerte stützen diese Sichtweise.

Für den Monat Juni zeichnet sich bereits eine Entspannung ab. Nachdem in der vergangenen Woche ein vorläufiges Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran unterzeichnet wurde, sind die Energiepreise bereits deutlich zurückgegangen. Analysten zufolge könnte dies dazu beitragen, die Gesamtinflation im Juni spürbar zu dämpfen. Für Anleger und Verbraucher bleibt die Entwicklung der Energiepreise damit der entscheidende Faktor für den weiteren Inflationsverlauf in Kanada.

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