Kanadas SICC investiert zwei Milliarden Dollar in mexikanisches Pharmawerk
Das kanadische Unternehmen Solar International Core Canada unterzeichnet ein milliardenschweres Abkommen mit dem mexikanischen Bundesstaat Hidalgo.

Das kanadische Unternehmen Solar International Core Canada (SICC) hat eine Absichtserklärung mit dem zentralmexikanischen Bundesstaat Hidalgo unterzeichnet. Darin verpflichtet sich SICC zu einer Investition von zwei Milliarden US-Dollar für den Bau einer Fabrik zur Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe. Die Vereinbarung wurde am Freitag, dem 8. Mai 2026, von mexikanischen und kanadischen Behörden bekanntgegeben.
Die Unterzeichnung erfolgte im Rahmen einer zweitägigen Handelsmission des mexikanischen Wirtschaftsministers Marcelo Ebrard in Kanada. An der Mission nahmen auch hunderte mexikanische Wirtschaftsvertreter teil. Insgesamt wurden dabei laut kanadischen Angaben mehr als zehn Absichtserklärungen unterzeichnet.
Das Abkommen wurde direkt zwischen SICC-CEO Babak Arefpour und dem Wirtschaftsminister des Bundesstaates Hidalgo, Carlos Henkel, geschlossen. Im Rahmen der Vereinbarung stellt SICC zunächst 70 Millionen US-Dollar für den Erwerb eines Grundstücks in Zapotlán bereit, auf dem das Pharmawerk errichtet werden soll. Minister Ebrard zeigte sich begeistert: „Wir haben den Tag mit einer Investition von zwei Milliarden Dollar für Hidalgo abgeschlossen. Das allein hat die gesamte Mission lohnenswert gemacht, obwohl wir noch viele weitere Ergebnisse sehen."
Weitere Investitionszusagen aus der Handelsmission
Neben dem SICC-Deal wurden im Rahmen der Handelsmission weitere bedeutende Investitionsvorhaben angekündigt. Das kanadische Unternehmen Process Research Ortech Inc erklärte sich bereit, eine Investition von 380 Millionen US-Dollar in eine Verarbeitungsanlage für Batteriematerialien im Bundesstaat Puebla zu prüfen. Damit rückt auch der Bereich der Energiewende und Batterietechnologie in den Fokus der kanadisch-mexikanischen Wirtschaftsbeziehungen.
Darüber hinaus gab INTE Modular bekannt, eine Investition von bis zu 360 Millionen US-Dollar in ein Werk für Modulhäuser im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas in Erwägung zu ziehen. Sustainable Agave Holdings Ltd kündigte zudem an, eine Investition von 100 Millionen US-Dollar in eine Anlage für Agavenzellstoff im Bundesstaat Jalisco zu prüfen. Diese Projekte verdeutlichen die Bandbreite der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern.
Auch in die andere Richtung fließen Investitionen: Die mexikanische Grupo Bimbo, einer der weltweit größten Backwarenhersteller, stimmte zu, rund 146 Millionen US-Dollar in die Modernisierung ihrer kanadischen Standorte zu investieren. Das Unternehmen ist international bekannt und betreibt Produktionsstätten auf mehreren Kontinenten.
USMCA im Fokus der Handelsgespräche
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Zur AktienanalyseAm Rande der Mission erörterten Wirtschaftsminister Ebrard und der für den Handel mit den USA zuständige kanadische Minister Dominic LeBlanc die Stärkung des Freihandelsabkommens zwischen den USA, Mexiko und Kanada – bekannt als USMCA. Das Abkommen befindet sich derzeit in einem Überprüfungsprozess, was den Gesprächen besondere Aktualität verleiht.
Das USMCA, das 2020 das frühere NAFTA-Abkommen ablöste, bildet die Grundlage für den trilateralen Handel in Nordamerika. Für deutsche Investoren und Unternehmen, die in der Region aktiv sind, sind die Entwicklungen rund um dieses Abkommen von erheblicher Bedeutung. Die jüngsten Investitionszusagen unterstreichen das wachsende Interesse kanadischer Unternehmen am mexikanischen Markt – trotz oder gerade wegen der laufenden Überprüfung des Handelsrahmens.
Die Gesamtsumme der im Rahmen der Handelsmission angekündigten oder geprüften Investitionen beläuft sich auf mehrere Milliarden US-Dollar und sendet ein deutliches Signal für die wirtschaftliche Dynamik zwischen Kanada und Mexiko.


