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Kanadischer Dollar fällt auf Achtwochentief wegen Handelsspannungen

Neue US-Zölle, Nahost-Konflikt und schwache Wirtschaftsdaten belasten den Loonie auf den tiefsten Stand seit dem 7. April.

Kanadischer Dollar fällt auf Achtwochentief wegen Handelsspannungen

Der Kanadische Dollar ist am Mittwoch auf den schwächsten Stand seit acht Wochen gefallen. Der sogenannte „Loonie" verlor 0,4 Prozent und notierte bei 1,3899 kanadischen Dollar pro US-Dollar, was einem Gegenwert von 71,95 US-Cent entspricht. Damit erreichte die Währung den niedrigsten Stand seit dem 7. April.

Gleich mehrere Belastungsfaktoren trafen den Kanadischen Dollar zur selben Zeit. Globale Handelsspannungen, geopolitische Risiken im Nahen Osten sowie schwache Konjunkturdaten aus Kanada selbst drückten auf die Stimmung der Anleger. Der US-Dollar legte derweil gegenüber einem Korb wichtiger Währungen zu, während die Aktienmärkte an der Wall Street nachgaben.

Neue US-Zölle treffen auch Kanada

Die Trump-Administration schlug neue Zölle von bis zu 12,5 Prozent auf Importe aus 60 Volkswirtschaften vor – darunter auch Kanada. Als Begründung nannte die US-Regierung, diese Länder hätten es versäumt, den Handel mit Waren aus Zwangsarbeit einzudämmen. Die betroffenen Handelspartner wiesen diesen Vorwurf zurück. Für Kanada, dessen Wirtschaft stark vom Handel mit den USA abhängt, stellen solche Zolldrohungen ein erhebliches Risiko dar.

Parallel dazu verschärften sich die Spannungen in der Golfregion. Iranische Angriffe auf Kuwait beschädigten den Flughafen des Landes und verletzten Dutzende Menschen. Das US-Militär führte Schläge nahe der Straße von Hormus durch, während diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Konflikts nur begrenzte Fortschritte zeigten. Der Nahostkonflikt erhöhte die wirtschaftliche Unsicherheit zusätzlich und trieb die Kraftstoffpreise in die Höhe – was laut dem S&P Global Einkaufsmanagerindex (PMI) zum schnellsten Anstieg der Betriebskosten im kanadischen Dienstleistungssektor seit vier Jahren beitrug.

Ölpreise steigen – ein zweischneidiges Schwert für Kanada

Die Ölpreise, ein zentrales kanadisches Exportgut, legten trotz der allgemeinen Risikoaversion um 2,6 Prozent auf 96,14 US-Dollar pro Barrel zu. Steigende Ölpreise sind für Kanada als großen Ölproduzenten grundsätzlich positiv, konnten den Druck auf den Loonie diesmal jedoch nicht ausgleichen.

Die Konjunkturdaten aus Kanada lieferten ebenfalls keinen Rückenwind. Am Freitag veröffentlichte Zahlen zeigten, dass die kanadische Wirtschaft im ersten Quartal mit einer annualisierten Rate von 0,1 Prozent schrumpfte – nach einem nach unten korrigierten Rückgang von 1,0 Prozent im Vorquartal. Die Wirtschaft befindet sich damit in einer fragilen Verfassung.

Der am Mittwoch veröffentlichte S&P Global PMI für den kanadischen Dienstleistungssektor zeigte immerhin, dass die Dienstleistungswirtschaft im Mai in moderatem Tempo expandierte. Ein klares Aufwärtssignal für den Loonie war dies jedoch nicht. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, Zolldrohungen und schwachem Wachstum dürfte die Währung vorerst unter Druck halten.

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