Katar sichert sich Mega-Deal mit Japan: 27-Jahres-Vertrag über LNG-Lieferungen
QatarEnergy und JERA vereinbaren langfristige Lieferung von 3 Millionen Tonnen Flüssiggas jährlich ab 2028.
Das katarische Staatsunternehmen QatarEnergy hat einen bedeutenden Durchbruch auf dem asiatischen Energiemarkt erzielt. Am Dienstag unterzeichnete der Golfstaat einen 27-jährigen Liefervertrag mit JERA, Japans größtem Stromerzeuger. Ab 2028 sollen jährlich 3 Millionen Tonnen Flüssiggas (LNG) nach Japan fließen – eine Verdopplung der bisherigen Liefermengen.
Das Abkommen markiert eine strategische Weichenstellung für beide Seiten. Für Katar bedeutet der Deal einen wichtigen Schritt, um mit dem größten Konkurrenten USA mitzuhalten. Trotz des wachsenden Wettbewerbs verfügt das Emirat über entscheidende Vorteile: niedrigere Produktionskosten und die geografische Nähe zu Asien, dem weltweit größten und am schnellsten wachsenden LNG-Markt.
Allerdings hatte Katar in Japan zuletzt Marktanteile verloren. Die Exporte sanken von einem Höchststand von 16,7 Millionen Tonnen im Jahr 2013 auf zuletzt nur noch rund 3 Millionen Tonnen. Nachlassende japanische Nachfrage und verstärkte Konkurrenz durch andere Anbieter setzten dem Golfstaat zu. Der neue Vertrag soll diese Entwicklung nun umkehren.
Katars ehrgeizige Expansionspläne
Das Japan-Geschäft fügt sich in eine Reihe strategischer Erfolge ein. Katar hat bereits Lieferverträge mit China, dem weltgrößten LNG-Importeur, sowie mit Malaysia und Frankreich abgeschlossen. Diese Vereinbarungen bilden das Fundament für drei gigantische Expansionsprojekte.
Die LNG-Exportkapazität des Landes soll von derzeit 77 Millionen Tonnen pro Jahr auf 110 Millionen Tonnen noch in diesem Jahr steigen. Bis 2030 plant Katar eine weitere Steigerung auf 142 Millionen Tonnen jährlich. Dieses rasante Wachstum soll helfen, den Abstand zu den USA zu verringern, die 2023 die Krone als weltgrößter LNG-Exporteur eroberten und ihre Kapazität bis 2030 auf über 200 Millionen Tonnen ausbauen wollen.
Japans Kehrtwende in der Energiepolitik
Für Japan bedeutet die Vereinbarung eine bemerkenswerte Wende. Noch zu Beginn des Jahrzehnts wollte der weltweit zweitgrößte LNG-Importeur seine Abhängigkeit von teuren Gasimporten reduzieren. Doch die strukturellen Gegebenheiten sprechen eine andere Sprache.
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Zur AktienanalyseDie viertgrößte Volkswirtschaft der Welt ist seit Jahrzehnten auf importierte fossile Brennstoffe angewiesen. Pipeline-Verbindungen existieren nicht, heimische Ressourcen sind kaum vorhanden. Seit den 1960er Jahren importiert Japan LNG, der Brennstoff entwickelte sich zum Eckpfeiler des Energiesystems.
Nach der Fukushima-Katastrophe 2011, die zur Abschaltung der meisten Kernreaktoren führte, erreichte der LNG-Verbrauch 2014 mit 90 Millionen Tonnen einen Rekordwert. Die neue Vereinbarung unterstreicht, dass Japan auch künftig auf Flüssiggas als zentrale Energiequelle setzen wird – trotz aller Bemühungen um Diversifizierung und erneuerbare Energien.


