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Kentucky prüft medizinisches Marihuana für unheilbar kranke Krankenhauspatienten

Ein Legislativausschuss in Kentucky berät über einen Vorschlag, der sterbenskranken Patienten Cannabis-Konsum in Krankenhäusern erlauben soll.

Kentucky prüft medizinisches Marihuana für unheilbar kranke Krankenhauspatienten

Der gemeinsame Interimsausschuss für Gesundheitsdienste des Parlaments von Kentucky hat am Donnerstag Aussagen zu einem Vorschlag gehört, der unheilbar kranken Patienten den Konsum von medizinischem Marihuana in Krankenhäusern ermöglichen soll. Befürworter argumentieren, dass Cannabis Schmerzen lindern kann, ohne Patienten in einen Dämmerzustand zu versetzen – und ihnen so ermöglicht, in ihren letzten Lebenstagen mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben.

Im Mittelpunkt der Anhörung stand die persönliche Geschichte von Jim Bartell, der die Bemühungen zur Verabschiedung entsprechender Gesetze in mehreren US-Bundesstaaten anführt. Sein Sohn Ryan erhielt die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs im vierten Stadium und wurde zunächst in einer Einrichtung behandelt, die medizinisches Cannabis untersagte. Dort erhielt er Fentanyl, ein starkes Opioid, das ihn in einen Dämmerzustand versetzte.

„Wir hatten drei Wochen lang im Grunde keine Kommunikation mit Ryan", berichtete Jim Bartell den Abgeordneten. Nach der Verlegung in ein Krankenhaus in Seattle, das medizinisches Cannabis erlaubte, sei Ryan „am nächsten Morgen hellwach und schmerzfrei aufgewacht". Bartell beschrieb den Moment als „ein Wunder": Sein Sohn griff sofort zum Telefon und schrieb seinen Freunden, sie sollten ihn besuchen kommen.

Ryans Gesetz: Eine Initiative mit wachsender Reichweite

In seinen letzten drei Lebenswochen empfing Ryan Bartell laut seinem Vater 125 Besucher – darunter College-Freunde, Klassenkameraden, Highschool-Bekannte und Familienangehörige. Ryan verstarb kurz darauf, doch sein Vater machte es sich zur Aufgabe, das sogenannte „Ryans Gesetz" in möglichst vielen US-Bundesstaaten zu verankern. Versionen dieses Gesetzes wurden bereits in Kalifornien und elf weiteren Bundesstaaten verabschiedet; für 2027 werden weitere Beitritte erwartet.

Das Gesetz soll Krankenhäuser dazu verpflichten, unheilbar kranken Patienten den Konsum von medizinischem Cannabis im Einklang mit dem jeweiligen Landesrecht zu gestatten. Bartell erklärte den Abgeordneten, dass die Entscheidung der Trump-Administration zur Neueinstufung von medizinischem Cannabis „sehr geholfen hat, Widerstände zu entkräften oder zu vermeiden". Ziel sei es, zu verhindern, dass andere Familien dieselben Schwierigkeiten erleben wie seine eigene mit der ursprünglich unkooperativen Einrichtung.

„Derzeit kann jedes Krankenhaus dieses Medikament bereitstellen, wenn ein Patient qualifiziert ist und es wünscht", sagte Bartell. „Das Problem ist jedoch, dass einige Krankenhäuser dies nicht tun wollen." Genau hier setzt Ryans Gesetz an: Es soll eine verbindliche Grundlage schaffen, auf die sich Patienten und Angehörige berufen können.

Kentuckys Perspektive: Hausaufgaben machen

Die Abgeordnete Kimberly Poore Moser (R), Co-Vorsitzende des Ausschusses, betonte, dass Kentucky seit der Einführung seines neuen Programms für medizinisches Marihuana nun prüfe, ob es tatsächliche Barrieren für diese Art der Versorgung in Krankenhäusern gebe. „Wir müssen hier unsere Hausaufgaben machen, und das werden wir auch", sagte sie. Von einigen Krankenhäusern habe man bereits gehört, dass es keine solchen Hindernisse gebe.

Moser ergänzte, dass einige Krankenhäuser die Praxis ohnehin bereits einführten, was sie als „gute Nachrichten" bezeichnete – insbesondere für Patienten in Situationen am Lebensende. Dennoch sei man bereit, das Thema gesetzgeberisch zu prüfen, um sicherzustellen, dass alle Patienten die benötigte Versorgung erhalten.

Auch Heather Manus, Gründerin des Cannabis Nurses Network, sagte bei der Anhörung aus. Sie formulierte es klar: „Kein Patient am Lebensende sollte gezwungen sein, zwischen medizinischer Versorgung und dem Zugang zu einer legalen Therapie zu wählen, die sein Leiden lindert." Als Pflegekräfte leite man sich von Mitgefühl, Würde und Patientenautonomie. Für viele unheilbar kranke Patienten könne medizinisches Cannabis eine bedeutende Linderung von Schmerzen, Übelkeit, Angstzuständen und Schlaflosigkeit bewirken – und ihnen gleichzeitig ermöglichen, für ihre Angehörigen präsent zu bleiben.

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