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Keystone Law: AIM-Aktie steigt in Analysten Top-10 auf

Analyst Richard Beddard hebt seine Einstufung der Keystone Law Group an – bessere Bewertung und geringeres Risiko überzeugen ihn.

Keystone Law: AIM-Aktie steigt in Analysten Top-10 auf

Die Keystone Law Group (LSE: KEYS) hat Analyst Richard Beddard so überzeugt, dass er die AIM-notierte Aktie nun in seine persönlichen Top 10 aufnimmt. Beddard, der Keystone als eine der glücklichsten Anwaltskanzleien ihrer Art im Land bezeichnet, begründet die Höherstufung mit einer verbesserten Bewertung und einem etwas geringeren Risikoprofil. Auslöser war die Präsentation der Jahresergebnisse für das bis Januar 2026 laufende Geschäftsjahr.

Gründer und Vorstandsvorsitzender James Knight bezeichnete das abgelaufene Geschäftsjahr als möglicherweise das beste in der Geschichte von Keystone – in jeder Hinsicht. Der Umsatz stieg um 18 Prozent, der bereinigte Betriebsgewinn nach Steuern legte um 12 Prozent zu. Das Unternehmen profitiert dabei von seinem strukturell schlanken Kostenmodell: Anwälte werden erst bezahlt, wenn die Honorare tatsächlich eingegangen sind.

Das Plattformmodell: Ein anderer Ansatz als klassische Kanzleien

Keystone wurde 2002 gegründet und war die erste sogenannte Plattform-Anwaltskanzlei im Vereinigten Königreich. Das Modell unterscheidet sich grundlegend von traditionellen Kanzleien, die typischerweise im Besitz von Equity-Partnern sind und von diesen geführt werden. Bei Keystone handelt es sich stattdessen um eine Gemeinschaft von fast 500 selbstständigen Principals – Anwälten auf Partner-Ebene –, die in der Regel als sogenannte Personal Service Companies (PSCs) agieren, die Keystone intern als „Pods" bezeichnet.

Das Unternehmen stellt die Marke, administrative Dienstleistungen, IT-Infrastruktur, Compliance-Management, Schulungen und Networking-Events bereit. Zudem schließt Keystone Verträge mit Mandanten ab, stellt Rechnungen und deckt die Principals über die Berufshaftpflichtversicherung der Kanzlei ab. In London stehen außerdem Büroräume zur Verfügung. Ein kleines Team von 17 fest angestellten Junior-Anwälten unterstützt die Principals bei Bedarf.

Das Herzstück des Modells ist die Honoraraufteilung: Keystone zahlt 75 Prozent der vereinnahmten Honorare an die Principals aus und behält 25 Prozent für sich. Laut Keystone verdienen Anwälte mit diesem Modell in der Regel mehr als in einer konventionellen Kanzlei. Als Hauptattraktion gilt jedoch die bessere Work-Life-Balance: Die Principals verwalten ihr Arbeitspensum selbst und können arbeiten, wann und wo sie möchten – von zu Hause oder aus eigenen Büros.

Wachstum durch selektive Rekrutierung

Im Geschäftsjahr 2026 stieg die Zahl der Principals um 8 Prozent – ein Wert über dem Durchschnitt der Zeit nach der Pandemie. Noch stärker wuchs die Gruppe der sonstigen Honorarempfänger: um 35 Prozent, das beste Ergebnis seit 2020. Keystone wächst, indem es Anwälte von konventionellen Kanzleien abwirbt und diese ihre Praxen ausbauen.

Das Wachstumsmodell weist dabei ein antizyklisches Element auf. In Phasen hoher Nachfrage nach Rechtsdienstleistungen konkurrieren traditionelle Kanzleien mit hohen Gehältern um Talente. Lässt die Nachfrage nach, müssen Anwälte extrem hart arbeiten, um aggressive Zielvorgaben zu erfüllen – was es für Keystone leichter macht, sie abzuwerben. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 lag das Wachstum der Principal-Zahlen bei lediglich 1 Prozent.

Keystone ist dabei bewusst selektiv. Im Jahr 2026 erhielt das Unternehmen 294 qualifizierte Bewerbungen, unterbreitete 96 Angebote, von denen 68 angenommen wurden und 61 Anwälte tatsächlich der Kanzlei beitraten. 221 der 491 Principals sind im renommierten Verzeichnis Legal 500 UK Solicitors 2025 gelistet.

Marktführerschaft bei Qualität und Rentabilität

Ein Bericht von Codex Edge – der „Platform Firms Report 2026" – platzierte Keystone im Jahr 2025 nach Anwaltszahl auf dem zweiten Platz unter den Plattformkanzleien, hinter der schneller wachsenden Kanzlei Setfords. Dennoch beansprucht Keystone die Führungsposition bei Qualität: Beim Umsatz pro Anwalt und bei der Rentabilität liegt Keystone laut demselben Bericht deutlich vor Setfords.

Die Qualität der rekrutierten Anwälte unterstreicht diesen Anspruch. Nur etwa ein Viertel der Neuzugänge im Jahr 2025 stammte nicht aus den Top-500-Anwaltskanzleien – bei Setfords war es etwa die Hälfte. Keystone sieht darin einen sich selbst verstärkenden Effekt: Hochqualifizierte Anwälte stärken den Ruf der Kanzlei, was wiederum die Gewinnung weiterer Top-Talente erleichtert. Obwohl andere Unternehmen dem Plattformmodell gefolgt sind, ist Keystone bislang die einzige dieser Kanzleien, die an der Börse notiert ist – ein Alleinstellungsmerkmal, das für Anleger von besonderem Interesse sein dürfte.

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