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KI-Aktien aus China: Warum Anleger jetzt hinschauen sollten

Während KI-Bewertungen in den USA explodieren, bieten chinesische Tech-Giganten laut UBS und Goldman Sachs historisch günstige Einstiegschancen.

KI-Aktien aus China: Warum Anleger jetzt hinschauen sollten

Der globale KI-Boom treibt die Bewertungen von Technologieunternehmen in den USA und weiten Teilen Asiens auf schwindelerregende Höhen. Doch ein Markt fällt dabei aus dem Rahmen: China. Dort handeln selbst führende Technologiekonzerne, die massiv in künstliche Intelligenz investieren, zu deutlich niedrigeren Kurs-Umsatz- und Kurs-Gewinn-Verhältnissen als ihre westlichen Pendants.

Das beobachten Analysten großer internationaler Banken mit wachsendem Interesse. Eva Lee, Leiterin für Aktien im Raum Greater China bei der Schweizer Großbank UBS, bezeichnete die Situation in einer aktuellen Mitteilung als „attraktive Gelegenheit". Führende Unternehmen im KI-Bereich befänden sich auf „historisch niedrigen Bewertungen", so Lee.

Der chinesische Technologiemarkt weist dabei eine bemerkenswerte Struktur auf: Er verfügt über ein regelrechtes Paralleluniversum zu den bekannten westlichen Tech-Giganten. Es gibt einen E-Commerce-Riesen, der nicht Amazon ist, ein Suchmaschinen- und Robotaxi-Unternehmen, das nicht Google ist, und einen Chiphersteller mit einem vierstelligen Namen, der nicht TSMC ist.

Unterschiedliche Zyklen in Ost und West

Ein entscheidender Faktor für die Bewertungslücke ist der zeitliche Versatz beider Märkte. Alvin So, Aktienstratege für Asien bei Goldman Sachs, erklärt den Unterschied mit einem schlichten, aber aufschlussreichen Befund: „Sie befinden sich in einem anderen Zyklus."

So verweist darauf, dass der US-amerikanische Boom bei generativer KI bereits im Jahr 2022 durch die Einführung von ChatGPT ausgelöst wurde. Der chinesische Markt hingegen fasste erst Anfang des vergangenen Jahres ernsthaft Fuß – als das Unternehmen DeepSeek ein großes Sprachmodell veröffentlichte, das bewies, dass lokale Firmen auf dem globalen KI-Parkett konkurrenzfähig sind. Der chinesische KI-Zyklus ist damit schlicht jünger und befindet sich in einer früheren Phase.

Während einige kleinere chinesische Tech-Unternehmen in diesem Jahr bereits blasenartige Kursanstiege verzeichneten, sind die Bewertungen der großen, etablierten Konzerne im Vergleich zu ihren internationalen Konkurrenten noch moderat geblieben. Gemessen am Umsatz oder Gewinn pro investiertem US-Dollar kosten sie oft deutlich weniger als die bekannten Namen aus dem Silicon Valley oder Taiwan.

Peking setzt auf technologische Unabhängigkeit

Ein weiterer Rückenwind für den Sektor kommt von der chinesischen Regierung selbst. Peking unterstützt die heimische KI-Branche aktiv mit einer begünstigenden Politik und finanziellen Anreizen. Das erklärte Ziel: ein Technologie-Ökosystem aufzubauen, das unabhängig von Washington funktioniert. Angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China hat diese Strategie für Peking höchste Priorität.

Für deutsche Privatanleger, die in den KI-Megatrend investieren möchten, eröffnet diese Konstellation eine interessante Perspektive. Wer den US-Markt bereits für hoch bewertet hält, findet in chinesischen Tech-Aktien eine alternative Möglichkeit, am globalen KI-Wachstum zu partizipieren – allerdings verbunden mit den spezifischen Risiken des chinesischen Marktes, darunter regulatorische Unsicherheiten und geopolitische Faktoren, die Anleger stets im Blick behalten sollten.

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