KI könnte deutschen Arbeitsmarkt aufmischen
Hunderttausende von Fach- und Arbeitskräften fehlen – die neue Technologie könnte Lücken füllen

Der Fachkräftemangel ist in vielen Branchen in Deutschland spürbar, sei es im Handwerk, in der Medizin oder in der Verwaltung. Mit dem Fortschritt in der Künstlichen Intelligenz (KI) wächst die Hoffnung, dass diese Technologie Abhilfe schaffen könnte. Doch wie realistisch ist diese Erwartung?
Derzeit fehlen in Deutschland Hunderttausende von Fach- und Arbeitskräften. Diese Lücke könnte sich in den kommenden Jahren durch den Renteneintritt der Babyboomer-Generation noch vergrößern. Parallel dazu gibt es Prognosen, dass weltweit bis zu 300 Millionen Jobs durch KI ersetzt werden könnten. Sebastian Terstegen vom Institut für angewandte Arbeitswissenschaft sieht jedoch vor allem in einfachen Tätigkeiten das Potenzial von KI, den Arbeitskräftemangel zu lindern.
Ein Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von KI ist das Hausarztzentrum Rauenberg, südlich von Heidelberg. Hier unterstützt ein KI-gesteuerter Telefon-Assistent das Praxisteam, indem er Anrufe von Patienten entgegennimmt, Termine vergibt und Rezeptbestellungen aufnimmt. Dies entlastet das medizinische Fachpersonal und ermöglicht eine effizientere Arbeitsweise.
Auch in der Justiz wird KI eingesetzt, um Prozesse zu beschleunigen. Das Oberlandesgericht Stuttgart nutzt beispielsweise einen KI-Assistenten, um die zahlreichen Dieselverfahren zu analysieren und zu gruppieren. Dies ermöglicht es den Richtern, zusammenhängende Fälle schneller zu bearbeiten.
Im Handwerk, das besonders stark vom Fachkräftemangel betroffen ist, sieht das Berliner Start-up Conbotics Potenzial für KI im Neubau. Das Unternehmen plant, 2024 einen Malerroboter auf den Markt zu bringen, der mittels KI eigenständig Räume streichen kann.
Trotz der vielversprechenden Anwendungen von KI bleibt die Frage, ob diese Technologie den Fachkräftemangel wirklich lindern kann. Sabine Pfeiffer, Arbeitsmarktsoziologin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, ist skeptisch. Ihrer Meinung nach wird das Potenzial von KI auf dem Arbeitsmarkt überschätzt. Zwar kann KI Fachkräfte entlasten, aber es entstehen auch neue Aufgaben, wie die Programmierung und Überwachung der Technik.
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Zur AktienanalyseTerstegen betont, dass technologische Veränderungen in der Vergangenheit oft mehr Jobs geschaffen als vernichtet haben. Er glaubt, dass es noch lange dauern wird, bis KI grundlegende Änderungen am Arbeitsmarkt bewirkt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass KI in bestimmten Bereichen sicherlich zur Entlastung von Fachkräften beitragen kann. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sie den Fachkräftemangel in absehbarer Zeit vollständig beheben wird. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich der Einsatz von KI in den verschiedenen Branchen weiterentwickelt und welche Auswirkungen dies auf den Arbeitsmarkt haben wird.


