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KI-Zeitalter: Animoca-Mitgründer Siu sieht Kreativität als Schlüsselkompetenz

Yat Siu, Mitgründer von Animoca Brands, erklärt, warum KI Kreativität wichtiger macht und mehr Jobs schaffen wird.

KI-Zeitalter: Animoca-Mitgründer Siu sieht Kreativität als Schlüsselkompetenz

Künstliche Intelligenz wird den Arbeitsmarkt grundlegend umgestalten – und dabei eine menschliche Eigenschaft besonders in den Vordergrund rücken: Kreativität. Das ist die Überzeugung von Yat Siu, Mitgründer des Technologie- und Gaming-Unternehmens Animoca Brands. In einem Interview am Rande der SuperAI-Konferenz in Singapur skizzierte Siu seine Vision einer KI-geprägten Arbeitswelt.

„Wir werden kreativ geboren und verlieren unsere Kreativität, um in ein System zu passen, weil versucht wird, uns in Maschinen zu verwandeln, die routinemäßige Aufgaben erledigen", sagte Siu. Mit dem Aufkommen leistungsfähiger KI-Systeme könnte sich dieses Muster jedoch umkehren: Maschinen übernehmen die Routinearbeit, während Menschen ihre kreative Seite entfalten können.

Kreativität und Koordination als Kernkompetenzen

Siu sieht in der KI eine fundamentale Verschiebung dessen, was auf dem Arbeitsmarkt gefragt ist. „Die Superkraft einer KI ist, dass sie alles programmieren kann", erklärte er. Die Programmierfähigkeiten von KI-Systemen „werden schließlich die des Menschen übertreffen." Daraus zieht Siu eine klare Schlussfolgerung: „Wir erleben eine echte Kommodifizierung von Fähigkeiten und Intelligenz, was bedeutet, dass die entscheidenden Kompetenzen Kreativität und Koordination sein müssen."

Für Bewerber und Arbeitnehmer bedeutet das: Technisches Fachwissen allein reicht künftig nicht mehr aus. Wer im KI-Zeitalter bestehen will, muss vor allem kreativ denken und komplexe Zusammenhänge koordinieren können – Fähigkeiten, die Maschinen bislang nicht vollständig replizieren können.

Animoca Brands, das Siu im Jahr 2014 mitgründete, ist heute ein weitverzweigtes Technologiekonglomerat. Das Unternehmen umfasst mehr als 600 Firmen in seinem Portfolio, die in den Bereichen Gaming, dezentralisierte Finanzen (DeFi) und Real-World Assets tätig sind. Siu spricht damit aus einer Position, die sowohl die Technologie- als auch die Finanzwelt umfasst.

Optimismus trotz Warnungen vor KI-Risiken

Auf die jüngsten Warnungen des KI-Unternehmens Anthropic vor den Gefahren der KI-Nutzung angesprochen, zeigte sich Siu gelassen. „Ich stehe auf der optimistischen Seite", sagte er. „Die meisten Menschen werden KI auf eine Weise nutzen, die vorteilhaft ist." Zwar räumte er ein, dass es auch Missbrauch geben werde – „es wird einige wenige geben, die schlechte Dinge tun, sie müssten gestoppt werden" – doch insgesamt sieht er die Lage entspannt: „Das fühlt sich für mich nicht wie ein nukleares Wettrüsten an."

Besonders optimistisch blickt Siu auf die Beschäftigungsentwicklung. Entgegen der weit verbreiteten Sorge, KI werde massenhaft Arbeitsplätze vernichten, ist er überzeugt, dass die Technologie „viel mehr Arbeitsplätze schaffen" werde. Er räumt jedoch ein, dass es dabei auch zu Verwerfungen kommen werde – also zu Verschiebungen und Umbrüchen in bestimmten Branchen und Berufsfeldern.

Die Botschaft von Siu ist letztlich eine optimistische: „Aus einer optimistischen Perspektive bedeutet das, dass wir alle die Freiheit haben können, kreativ zu sein, da Maschinen letztlich das liefern können, was wir in diesem Bereich tun müssen, während wir wahrhaft menschlich sein können." Für Arbeitnehmer, Unternehmen und Investoren gleichermaßen stellt sich damit die Frage, wie sie sich auf diese neue Realität vorbereiten – und welche Fähigkeiten sie gezielt fördern wollen.

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