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Kimberly-Clark warnt vor Ölpreis-Belastung von bis zu 170 Millionen Dollar

Der Huggies- und Kleenex-Hersteller rechnet mit massiven Zusatzkosten, sollten die Ölpreise bei rund 100 Dollar pro Barrel bleiben.

Kimberly-Clark warnt vor Ölpreis-Belastung von bis zu 170 Millionen Dollar

Kimberly-Clark Corp. hat auf einer Analystenkonferenz vor erheblichen Mehrkosten gewarnt. Der US-Konsumgüterkonzern, bekannt für Marken wie Huggies-Windeln und Kleenex-Taschentücher, rechnet mit zusätzlichen Inputkosten von 150 bis 170 Millionen Dollar – vorausgesetzt, die Ölpreise verharren in der zweiten Jahreshälfte bei rund 100 Dollar pro Barrel.

Besonders brisant: Diese Mehrkosten sind noch nicht in die aktuelle Unternehmensprognose eingeflossen, die ein zweistelliges Gewinnwachstum vorsieht. Chief Executive Officer Mike Hsu räumte ein, dass das Unternehmen derzeit nicht abschätzen könne, wie hoch die tatsächlichen Kosten über die bisherigen Prognosen hinaus ausfallen werden. Der Ausblick bleibe eine veränderliche Größe, so Hsu.

Nahost-Krieg trifft Konsumgüterhersteller

Kimberly-Clark ist nicht das einzige Unternehmen, das vor den wirtschaftlichen Folgen des Krieges im Nahen Osten warnt. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Rivale Procter & Gamble erklärt, dass dem Konzern durch höhere Ölpreise Nachsteuerkosten von bis zu einer Milliarde Dollar entstehen könnten. Damit reiht sich Kimberly-Clark als zweiter großer Konsumgüterhersteller in die Reihe der Unternehmen ein, die konkrete Zahlen zu den Kriegsfolgen nennen.

Beide Konzerne zeigten sich jedoch zuversichtlich, einen Teil der Kosteninflation abfedern zu können. In den vergangenen Jahren haben sie bereits stärkere Preiserhöhungen erfolgreich bewältigt und dabei Erfahrungen gesammelt. Allerdings sei eine vollständige Anpassung der Lieferketten und Produktrezepturen zur Vermeidung der Auswirkungen möglicherweise nicht effizient, hieß es.

Chief Financial Officer Nelson Urdaneta betonte, die Zuversicht des Unternehmens, solche Kostenzyklen zu meistern, habe sich verbessert. Das in Texas ansässige Unternehmen verfügt damit über eine gewisse Erfahrung im Umgang mit volatilen Rohstoffpreisen.

Zusätzliche Belastungen im laufenden Quartal

Neben den mittelfristigen Ölpreisrisiken sieht sich Kimberly-Clark auch im laufenden Quartal mit konkreten Sonderbelastungen konfrontiert. Das Unternehmen muss Mehrkosten von 50 Millionen Dollar hinnehmen – verursacht durch den Krieg im Nahen Osten sowie einen Brand in einem kalifornischen Vertriebszentrum.

Für Anleger und Beobachter des Konsumgütersektors verdeutlicht die Situation, wie stark globale geopolitische Ereignisse die Kostenstruktur auch scheinbar stabiler Alltagsmarken beeinflussen können. Ölpreise wirken sich bei Konsumgüterherstellern wie Kimberly-Clark auf vielfältige Weise aus – von der Produktion von Kunststoffverpackungen über Transportkosten bis hin zu synthetischen Rohstoffen in den Produkten selbst. Die kommenden Monate dürften zeigen, ob und in welchem Umfang das Unternehmen die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weitergeben kann oder ob die Gewinnprognose angepasst werden muss.

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