Klarna plant US-Börsengang zur Expansion
Der schwedische Zahlungsdienstleister strebt höhere Bewertungen und Profitabilität an

Der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna bereitet einen Börsengang in den USA vor und hat dazu vertrauliche Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Angaben zum Volumen und zur Preisspanne des Börsengangs wurden bisher nicht veröffentlicht. Laut Klarna-CEO Sebastian Siemiatkowski soll der Börsengang innerhalb der nächsten zwölf Monate erfolgen. Blackrock, einer der Investoren des Unternehmens, bewertete Klarna zuletzt mit etwa 14 Milliarden Dollar.
Klarna hat sich in den letzten Monaten besonders in den USA stark entwickelt, wo inzwischen knapp 30 Prozent des Umsatzes erzielt werden. Der Dienst ist vor allem für die „Buy Now, Pay Later“-Option bekannt, die es Kunden ermöglicht, Einkäufe auf Rechnung oder in Raten zu bezahlen. Neben dem US-Markt bietet Klarna in Deutschland auch Dienstleistungen wie Girokonten und Festgeld an.
In den vergangenen Jahren haben auch deutsche Unternehmen wie Biontech und Birkenstock für ihre Börsengänge den US-Markt gewählt. Die Wahl des Börsenplatzes hängt unter anderem davon ab, wo die Hauptumsätze generiert werden und wo sich der Kundenstamm befindet. Der Trend europäischer Unternehmen, die Wall Street statt europäischer Börsenplätze zu wählen, zeigt auf, dass die US-Börsen oft attraktiver bewertet werden.
Klarna hatte während der Coronapandemie eine Spitzenbewertung von 46 Milliarden Dollar erreicht, doch durch den Rückgang der Tech-Werte und die Zinswende fiel der Wert deutlich auf etwa sieben Milliarden Dollar zurück. Das Unternehmen verzeichnete über mehrere Jahre hinweg ein starkes Umsatzwachstum, wobei jedoch auch die Kosten deutlich anstiegen, was zu zeitweisen Verlusten führte. Für das Gesamtjahr 2024 strebt Siemiatkowski an, das Unternehmen profitabel zu machen.
Seit über einem Jahr verzichtet Klarna auf Neueinstellungen. Aktuell hat das Unternehmen zwischen 3100 und 3200 Mitarbeiter, wobei ein weiterer Personalabbau geplant ist, um die Zahl auf etwa 2000 zu reduzieren. Ein Hauptgrund dafür ist der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz, wodurch vor allem im Marketing und Vertrieb Kosten eingespart werden. Auch im Kundenservice übernimmt ein Chatbot zunehmend Aufgaben.
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Zur AktienanalyseDie Schwäche des europäischen Kapitalmarkts im Vergleich zu den USA wird häufig thematisiert. Alexander Rang, Experte für Kapitalmarkttransaktionen, sieht den europäischen Kapitalmarkt als zersplittert an, was den Einfluss einzelner Börsenplätze mindere. Die Deutsche Börse beklagt seit Langem die geringere Entwicklung im Vergleich zu den USA. Theodor Weimer, CEO der Deutschen Börse, betonte mehrfach, dass die Bewertungen von Unternehmen bei einem Börsengang in den USA höher ausfielen.


