Kleinanleger klagen gegen Varta-Sanierung
Kritik an Enteignung und Krisenmanagement des Batterieherstellers wächst

Kleinanleger haben eine Verfassungsbeschwerde gegen die Sanierungspläne des Batterieherstellers Varta eingereicht. Der Vorwurf lautet, dass der entschädigungslose Ausschluss ihres Bezugsrechts im Rahmen der Sanierung gegen die Eigentumsgarantie des Grundgesetzes verstößt. Laut der Schutzgemeinschaft der Kleinanleger (SdK) sei dies ein gravierender Eingriff in die Rechte der Altaktionäre. Die Klage wurde bereits beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht, wobei die Chancen auf Erfolg mit einer Erfolgsquote von 1,66 Prozent in den letzten zehn Jahren als gering eingeschätzt werden.
Der in Ellwangen ansässige Konzern steckt seit Längerem in einer finanziellen Krise. Das Unternehmen setzt auf das Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG), um seine Sanierung voranzutreiben. Dieses Verfahren ermöglicht es, die Interessen der Aktionäre zugunsten der Gläubiger und des Unternehmens zurückzustellen. Ein Sprecher von Varta erklärte, dass man glaube, mit dem aktuellen Verfahren eine zukunftsfähige Lösung gefunden zu haben, die sowohl den Mitarbeitern als auch den Gläubigergruppen Perspektiven biete. Zu der Klage der Kleinanleger äußerte sich das Unternehmen nicht.
Die Kritik der Anlegerschützer richtet sich insbesondere gegen den Hauptaktionär Michael Tojner, der 50,1 Prozent der Anteile hält. Ihm wird vorgeworfen, treuwidrig und aktionärsfeindlich zu handeln. Tojner soll eine Herabsetzung des Kapitals sowie eine anschließende Kapitalerhöhung planen, an der nur er als Großaktionär teilnehmen dürfe. Publikumsaktionäre hingegen wären von der Kapitalerhöhung ausgeschlossen. Die SdK sieht darin einen klaren Verstoß gegen die Eigentumsgarantie des Grundgesetzes und eine gezielte Enteignung der Kleinaktionäre.
Varta beschäftigt aktuell rund 4.000 Mitarbeiter, doch das Unternehmen kämpft mit verschiedenen Problemen. Neben der schwankenden Nachfrage nach kleinen Lithium-Ionen-Knopfzellen, etwa für Kopfhörer, machen Kritiker dem Management strategische Fehlentscheidungen zum Vorwurf. Besonders die starke Abhängigkeit vom Großkunden Apple sowie leichtfertige Investitionen werden als Ursachen für die Krise angeführt. Darüber hinaus wurde die Produktion im Februar durch einen Hackerangriff wochenlang lahmgelegt, was die finanzielle Lage zusätzlich belastete.
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Zur AktienanalyseTrotz der schwierigen Situation konnte die Varta-Aktie am Mittag einen deutlichen Anstieg von knapp 15 Prozent verzeichnen. Dieser Kursanstieg könnte auf die Spekulationen über den weiteren Verlauf der Sanierung oder auf das Interesse von Investoren zurückzuführen sein.


