Klimaanlage im Haus: Typen, Kosten und Installation im Überblick
Hitzewellen machen Klimaanlagen immer gefragter – doch welche Systeme gibt es, was kosten sie und was ist zu beachten?

Angesichts heißerer Sommer und häufigerer Hitzewellen stehen immer mehr Haushalte vor der Frage: Wie lässt sich die eigene Wohnung effektiv kühlen? Klimaanlagen sind stark gefragt – Einzelhändler berichten von leergefegten Regalen und ausverkauften Online-Beständen. Während diese Technologie in modernen Autos, Hotels und öffentlichen Räumen längst zum Standard gehört, wurden viele ältere Häuser traditionell darauf ausgelegt, Kälte zu trotzen und Wärme zu speichern – nicht umgekehrt.
Für Verbraucher, die jetzt handeln wollen, stellt sich zunächst die Frage: Welche Art von Klimaanlage ist die richtige? Und was kostet das Ganze wirklich? Ein Überblick über die wichtigsten Systeme, ihre Vor- und Nachteile sowie die zu erwartenden Kosten.
Die drei wichtigsten Klimaanlagen-Typen
Grundsätzlich gibt es drei Haupttypen von Klimasystemen für Wohngebäude, die sich in Funktionsweise, Aufwand und Preis erheblich unterscheiden.
Mobile Klimageräte
sind die einfachste und günstigste Lösung. Sie werden an eine normale Steckdose angeschlossen, saugen warme Luft an, kühlen diese und leiten die Wärme über einen Schlauch durch ein Fenster nach draußen. Laut Checkatrade kosten solche Geräte im Durchschnitt zwischen 350 und 650 Britische Pfund – je nach Marke und Leistung. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage boten manche Einzelhändler wie Lidl Kühlgeräte bereits ab 149 Britische Pfund an. Keine professionelle Installation ist erforderlich, was sie besonders für Mieter oder Bewohner denkmalgeschützter Gebäude attraktiv macht.
Split-Systeme
bestehen aus einer Innen- und einer Außeneinheit, die an der Wand befestigt und durch eine Leitung verbunden sind. Die Außeneinheit gibt die unerwünschte Wärme an die Außenluft ab. Laut British Gas gehören diese sogenannten „kanallosen Systeme" zu den gängigsten Optionen für britische Haushalte. Das Gerät selbst kostet laut Checkatrade zwischen 750 und 1.100 Britische Pfund – ohne Arbeits- und Installationskosten. Das Installationsunternehmen Heatable schätzt die Gesamtkosten typischerweise auf 2.000 bis 3.500 Britische Pfund, bei mehreren Räumen können es bis zu 6.000 Britische Pfund sein.
Kanalgeführte Klimasysteme
sind die aufwendigste und teuerste Variante. Eine Zentraleinheit leitet gekühlte Luft durch ein Kanalnetz zu Lüftungsöffnungen in jedem Raum. Das Gerät selbst kostet laut Checkatrade zwischen 990 und 1.750 Britische Pfund, die Gesamtinstallation schätzt Heatable auf 5.000 bis 10.000 Britische Pfund – abhängig von Größe, Grundriss und Komplexität der Kanalführung. Die Nachrüstung in älteren Häusern ist besonders aufwendig, da Platz für die Ausrüstung gefunden werden muss.
Laufende Betriebskosten nicht vergessen
Neben den Anschaffungskosten fallen laufende Stromkosten an. Die britische Verbraucherschutzorganisation Which? weist darauf hin, dass die Betriebskosten „extrem variieren" können. Für ein typisches mobiles Klimagerät rechnet Which? mit einem Anstieg der Stromrechnung um etwa 25 bis 40 Pence pro Stunde. Da Strompreise heute deutlich höher sind als noch vor einigen Jahren, sollten Verbraucher diesen Faktor bei ihrer Kaufentscheidung einkalkulieren. Einige Umweltgruppen haben zudem Bedenken hinsichtlich der in den Geräten verwendeten Chemikalien zur Luftkühlung geäußert.
Die Größe von Split- und Kanalsystemen wird durch die sogenannte BTU (British Thermal Unit) bestimmt. Je höher der BTU-Wert, desto größer der zu kühlende Raum – und desto teurer das Gerät.
Baugenehmigung und rechtliche Aspekte
Für mobile Geräte ist keinerlei Genehmigung erforderlich. Die britische Regierung erklärt, dass „in den meisten Fällen" keine Baugenehmigung für die Installation einer Klimaanlage „für ein kleines Haus erforderlich ist, sofern diese das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes nicht wesentlich beeinträchtigt". Eine pauschale Regelung gibt es jedoch nicht – Verbraucher sollten sich im Zweifelsfall an ihre örtliche Behörde wenden.
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Zur AktienanalyseWärmepumpen als Alternative
Wer ohnehin über eine Wärmepumpe nachdenkt, sollte wissen: Bestimmte Modelle können auch als Klimaanlage fungieren. Laut Which? sind Luft-Luft-Wärmepumpen speziell darauf ausgelegt, sowohl zu heizen als auch zu kühlen. Im Winter entziehen sie der Außenluft Wärme, um das Haus zu heizen – im Sommer führen sie Wärme von innen ab, um es zu kühlen. Ob ein Modell reversibel ist, hängt vom jeweiligen Typ ab.
Kühlen ohne Klimaanlage: Einfache Alternativen
Wer keine Klimaanlage kaufen möchte oder kann, hat dennoch Möglichkeiten, die Wohnung kühl zu halten:
- Fenster auf gegenüberliegenden Seiten des Hauses öffnen, um Durchzug zu erzeugen – am besten nachts oder früh morgens, wenn die Außentemperatur kühler ist als innen
- Tagsüber Fenster geschlossen halten und Jalousien oder Vorhänge zuziehen
- Ventilatoren nutzen, um die Luft in Bewegung zu halten
- Ausreichend trinken, lockere Kleidung tragen und lauwarme Duschen nehmen, um die Körpertemperatur zu senken
Der NHS empfiehlt sechs bis acht Gläser Wasser pro Tag – bei Hitze kann der Bedarf jedoch höher sein. Diese einfachen Maßnahmen kosten wenig und können die gefühlte Temperatur im Innenraum spürbar senken.


