Klimakrise verschärft sich: LNG-Boom treibt US-Energiepreise auf Rekordhoch
Fossile Brennstoffe befeuern Erderwärmung, während amerikanische Gasexporte die Stromkosten explodieren lassen

Die globale Klimakrise beschleunigt sich dramatisch, während gleichzeitig der boomende Export von Flüssigerdgas (LNG) aus den USA die Energiepreise für amerikanische Verbraucher auf historische Höchststände treibt. Zudem belasten eskalierende Handelskonflikte die internationalen Warenströme erheblich.
Zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen zeigen wissenschaftliche Daten eine besorgniserregende Entwicklung: 2025 gehört zu den drei heißesten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) meldet Rekordkonzentrationen bei Treibhausgasen – Kohlendioxid, Methan und Lachgas erreichten neue Höchstwerte. Die globalen CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen stiegen auf ein Rekordhoch von 38,1 Milliarden Tonnen.
Die Temperaturmessungen der NASA zeigen einen Anstieg von 1,19 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 1951 bis 1980. Nach WMO-Berechnungen liegt die Erwärmung bereits bei 1,44 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Forscher warnen: Bei den aktuellen Emissionsraten bleiben nur noch etwa vier Jahre, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Die Arktis erwärmt sich mehr als doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt, während die Meereisausdehnung im März 2025 mit 14,47 Millionen Quadratkilometern einen Rekordtiefstand erreichte.
LNG-Exporte belasten amerikanische Verbraucher
In den USA sorgt der rasante Ausbau der LNG-Exporte für massive Verwerfungen am Energiemarkt. Laut der US-Energiebehörde EIA verbrauchten LNG-Exporteure in den ersten elf Monaten 2025 rekordhohe 5.000 Milliarden Kubikfuß Erdgas – mehr als private Haushalte (4.000 BCF) oder Gewerbebetriebe (3.000 BCF). Damit sind die Exporteure nach Industrie und Kraftwerken der drittgrößte Gasverbraucher des Landes.
Dieser Nachfrageschub bedeutet eine Steigerung von 209 Prozent seit 2019. Parallel dazu kletterte der Gaspreis am Benchmark Henry Hub um 61 Prozent. Da Gaskraftwerke etwa 40 Prozent des US-Stroms erzeugen, explodierten die Stromrechnungen der Verbraucher auf Rekordhöhen. Die Gaskosten für Privathaushalte und Gewerbebetriebe stiegen zwischen 2019 und 2025 um rund 50 Prozent, bei Kraftwerksbetreibern um etwa 30 Prozent.
LNG-Exporteure können diese höheren Kosten problemlos verkraften: Der durchschnittliche Exportpreis lag 2025 bei 7,87 Dollar pro MCF, während der Henry-Hub-Durchschnitt nur 3,66 Dollar betrug. Selbst nach Abzug von Verflüssigung und Transport bleibt eine komfortable Marge. Die nordamerikanische LNG-Exportkapazität soll sich bis Ende 2027 von 11,4 auf 24,3 BCF mehr als verdoppeln – eine Entwicklung, die weitere Preissteigerungen befürchten lässt.
Angesichts der hohen Gaspreise griffen Kraftwerksbetreiber 2025 verstärkt auf günstigere Kohlekraftwerke zurück – ein paradoxer Rückschritt in der Energiewende. Vor den Midterm-Wahlen wird mit erheblichem politischem Gegenwind gegen die LNG-Expansionspläne gerechnet.
Handelsstreit belastet US-Häfen dramatisch
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Zur AktienanalyseDer Handelskonflikt zwischen den USA und China hinterlässt deutliche Spuren. Die Exporte über den Hafen von Los Angeles, dem größten US-Seehafen, brachen im Januar 2025 um acht Prozent ein – der niedrigste Monatswert seit fast drei Jahren. Hafendirektor Gene Seroka bezeichnete die Exporte nach China als "desaströs".
Die aggressive Zollpolitik der Trump-Administration und chinesische Vergeltungsmaßnahmen treffen verschiedene Rohstoffe hart. Besonders dramatisch: Die Sojabohnen-Lieferungen von Los Angeles nach China stürzten im vergangenen Jahr um 80 Prozent ab. Auch Rindfleisch, Mais, Rohöl und Kohle verzeichneten deutliche Rückgänge. Die Importe sanken im Januar ebenfalls um 13 Prozent im Jahresvergleich.
Seroka erwartet für das erste Quartal insgesamt einen Rückgang von unter zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als Importeure noch Waren vor angedrohten Zöllen ins Land brachten. Eine "katastrophale Situation" für die Gesamtwirtschaft sieht er dennoch nicht.


