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Klimawandel treibt Produktionskosten bei Italiens Käse-Herstellern hoch

Extreme Hitze belastet Mozzarella- und Parmesan-Produzenten in Italien mit steigenden Energiekosten und sinkender Milchproduktion.

Klimawandel treibt Produktionskosten bei Italiens Käse-Herstellern hoch

Die Sommerhitze setzt Italiens traditionsreichen Käse-Herstellern zunehmend zu. Ob Büffelmilch-Mozzarella aus Kampanien oder Parmesan aus der Emilia-Romagna – steigende Temperaturen erhöhen die Produktionskosten und drücken gleichzeitig auf die Erträge. Für Verbraucher und Lebensmittelunternehmen weltweit könnte das spürbare Folgen haben.

In der Käserei Jemma nahe Battipaglia, der selbsternannten Hauptstadt des Büffelmilch-Mozzarellas, laufen die Ventilatoren im Hochsommer auf Hochtouren. Rund 1.000 Wasserbüffel müssen kühl gehalten werden, damit sie qualitativ hochwertige Milch produzieren. Tierarzt Lazzaro Iemma erklärt: „Um eine qualitativ hochwertige Milch herzustellen, die die richtigen Nährwerte hat, müssen sich die Tiere rundum wohlfühlen. Nur unter idealen Bedingungen können sie ihr Potenzial entfalten."

Neben Ventilatoren sorgen Wassersprinkler und ein eigens angelegtes Badebecken für das Wohlbefinden der Tiere. Die Familie Iemma hat in den vergangenen Jahren rund 200.000 Euro in Kühlsysteme investiert. Zusätzlich stehen den Büffeln Koppeln mit festgestampftem Boden zur Verfügung, wo sie die Meeresbrise genießen können. Der Betrieb arbeitet bereits in fünfter Generation und verarbeitet im Sommer täglich durchschnittlich 4.000 Kilogramm Milch.

Parmesan unter Druck: Weniger Milch, höhere Lagerkosten

Rund 700 Kilometer weiter nördlich, in der Emilia-Romagna, kämpfen die Produzenten des weltberühmten Parmesans mit ähnlichen Problemen. Im Sommer geben die Milchkühe dort etwa zehn Prozent weniger Milch als im Winter. Die anhaltende Trockenheit verschärft die Lage zusätzlich: Weniger Regen bedeutet weniger Graswuchs – und die Kühe dürfen ausschließlich mit Gras und Heu aus der Region gefüttert werden.

Diese strengen Produktionsvorschriften, die den Parmesan als geschützte Ursprungsbezeichnung auszeichnen, lassen kaum Spielraum für Alternativen. Die Folge ist eine gedrosselte Produktion. Erschwerend kommen hohe Lagerkosten hinzu: Der Hartkäse muss mindestens zwölf Monate in klimatisierten Hallen reifen – und genau das wird teurer.

Giancarlo Ravanetti, Direktor des Lagerhausunternehmens MGT, beziffert den Effekt konkret: „In diesem Jahr haben wir an den heißesten Tagen einen Anstieg des täglichen Energieverbrauchs um rund 30 Prozent." Im Lagerhaus in Montecavolo stieg der Verbrauch von durchschnittlich 8.500 Kilowatt auf Spitzenwerte von bis zu 12.000 Kilowatt. Besonders die hohen Nachttemperaturen belasten den Betrieb.

Preisanstieg bei Käse könnte sich fortsetzen

Für Anleger im Lebensmittelsektor sind diese Entwicklungen relevant. Steigende Rohstoff- und Energiekosten belasten die Margen von Produzenten und Händlern gleichermaßen. Parmesan ist in den vergangenen Jahren bereits deutlich teurer geworden. Sollte die Hitze anhalten, könnten auch andere geschützte italienische Käsesorten wie Grana Padano oder Pecorino unter Preisdruck geraten.

Die Entwicklung zeigt exemplarisch, wie der Klimawandel klassische Agrarprodukte und deren Lieferketten unter Druck setzt. Für Unternehmen im europäischen Lebensmittelhandel – von Supermarktketten bis zu spezialisierten Feinkostimporteuren – steigen damit langfristig die Beschaffungskosten. Investoren, die in diesem Segment engagiert sind, sollten die Klimarisiken in ihrer Bewertung berücksichtigen.

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