KNDS plant möglichen Börsengang 2026
Rüstungskonzern will Produktion ausweiten und sucht neuen Verwaltungsratschef

Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS erwägt den Gang an die Börse. Konzernchef Jean-Paul Alary erklärte am Montag in Amsterdam, ein solcher Schritt sei für 2026 realistisch. Über die Entscheidung sollen die Anteilseigner in den kommenden Monaten befinden.
KNDS entstand 2015 aus dem Zusammenschluss des deutschen Panzerbauers Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und des französischen Staatsunternehmens Nexter. Die Holding hat ihren Sitz in Amsterdam. Unterhalb der Dachgesellschaft agieren die beiden Unternehmen weiterhin getrennt. KMW produziert unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2, den Schützenpanzer Puma und den Radpanzer Boxer. Nexter stellt unter anderem den Kampfpanzer Leclerc her.
Innerhalb der Eigentümerstruktur gibt es unterschiedliche Positionen. Die deutsche Eigentümerfamilie drängt seit Monaten auf einen Börsengang. Parallel dazu muss ein neuer Vorsitzender des Verwaltungsrats gefunden werden, nachdem Wolfgang Buechele Anfang Juni zurückgetreten war. Namen möglicher Nachfolger kommentierte Alary nicht.
Für die kommenden Jahre kündigte KNDS eine deutliche Ausweitung der Produktion an. Bis 2028 soll die Fertigung in den deutschen Werken um 60 Prozent steigen. Dazu hat das Unternehmen ein Werk des französischen Zugherstellers Alstom in Görlitz übernommen, das ab Ende des Jahres Komponenten für den Leopard und den Puma herstellen soll. Der Konzern beschäftigt weltweit mehr als 11.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro. Das Auftragsvolumen lag bei 23,5 Milliarden Euro.
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Zur AktienanalyseAls gemeinsames Entwicklungsprojekt von Deutschland und Frankreich gilt das „Main Ground Combat System“ (MGCS). Dieses soll langfristig die Kampfpanzer Leopard und Leclerc ablösen. Ein Start der Ausschreibung könnte noch in diesem Jahr erfolgen. Die Einführung des neuen Systems wird jedoch inzwischen erst nach 2040 erwartet.


