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Komoot wird an Bending Spoons verkauft

Italienisches Software-Unternehmen übernimmt beliebte App – Team erfährt kurzfristig von der Entscheidung

Komoot wird an Bending Spoons verkauft

Die Wander-App Komoot wurde an das italienische Software-Unternehmen Bending Spoons verkauft. Beide Firmen gaben den Eigentümerwechsel am Donnerstagabend in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt. Über den Kaufpreis wurde bislang nichts veröffentlicht. Auch auf Nachfragen haben sich die Beteiligten bislang nicht geäußert. Bending Spoons mit Sitz in Mailand ist seit zwölf Jahren am Markt aktiv. Das Unternehmen wurde unter anderem 2020 bekannt, als es im Auftrag der italienischen Regierung die offizielle Corona-App entwickelte. In den vergangenen Jahren übernahm Bending Spoons mehrere Tech-Firmen, darunter Evernote und WeTransfer. Im Zuge dieser Übernahmen kam es regelmäßig zu umfangreichen Entlassungen innerhalb der Belegschaften.

Das Team von Komoot wurde am Donnerstagnachmittag über den Verkauf informiert. Nach Angaben eines Mitarbeiters war das Meeting kurzfristig angekündigt worden. Die Angestellten erhielten demnach eine Stunde vor Beginn die Einladung zur Besprechung, in der CEO Markus Hallermann die Übernahme verkündete und den neuen Eigentümer vorstellte. In der Runde wurde laut Aussagen aus dem Unternehmen auch angekündigt, dass es im Zuge des Betriebsübergangs zu Kündigungen kommen werde. Fragen seitens der Mitarbeitenden seien während des Meetings nicht zugelassen worden. Innerhalb des Teams sei die Nachricht mit Überraschung aufgenommen worden. Mehrere Beschäftigte beschrieben die Stimmung als geschockt, da es im Vorfeld keinerlei Hinweise auf einen möglichen Verkauf gegeben habe.

Komoot galt bisher als besonders mitarbeiterfreundlich. Jährlich lud das Unternehmen seine gesamte Belegschaft zu einwöchigen Offsite-Veranstaltungen ein. Die Arbeitsatmosphäre und die Zufriedenheit der Beschäftigten standen nach Angaben von Insidern stets im Fokus. Die Zukunft des Unternehmens unter der neuen Führung ist aktuell noch unklar. CEO Markus Hallermann erklärte, dass er Komoot nach 17 Jahren nicht mehr aus eigener Kraft weiterentwickeln könne. Für die Skalierung eines Unternehmens brauche es andere Kompetenzen als für die Gründung. Bending Spoons bringe genau diese Voraussetzungen mit.

Komoot entstand ursprünglich als Studentenprojekt an der Technischen Universität Berlin. Die Gründer, sechs Wanderfreunde, überführten ihre Idee 2010 in ein Unternehmen mit Sitz in Potsdam. Zuletzt zählten Jonas Spengler, Markus Hallermann, Tobias Hallermann, Christoph Lingg, Daniel Gard und Jan Heuer zur Geschäftsführung. Das Unternehmen ist profitabel und erzielte im Jahr 2023 einen Umsatz von 36 Millionen Euro. Die Gründer hielten die Mehrheit der Anteile, weshalb der Verkauf für sie finanziell von großem Vorteil sein dürfte.

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