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Kondompreise steigen: Viraler Trend löst Hamsterkauf-Debatte in China aus

Eine Warnung des weltgrößten Kondomherstellers Karex über Preiserhöhungen von bis zu 30 Prozent sorgt in China für massive Aufregung.

Kondompreise steigen: Viraler Trend löst Hamsterkauf-Debatte in China aus

Eine Warnung des weltweit größten Kondomherstellers hat in China eine gewaltige Welle der Aufmerksamkeit ausgelöst. Der Hashtag „Kondompreise steigen" verzeichnete bis Donnerstag auf der chinesischen Social-Media-Plattform Weibo mehr als 60 Millionen Aufrufe. Die Diskussion dreht sich um mögliche Preiserhöhungen von 20 bis 30 Prozent – oder sogar mehr.

Auslöser der Debatte war eine Aussage von Goh Miah Kiat, dem Chef des malaysischen Kondomherstellers Karex Bhd. Er erklärte, dass sein Unternehmen die Preise deutlich anheben wolle, sollten die durch den Iran-Krieg verursachten Lieferkettenunterbrechungen anhalten. Karex produziert jährlich über 5 Milliarden Kondome und beliefert führende Marken wie Durex und Trojan – das Unternehmen hat damit eine Schlüsselstellung im globalen Markt.

Viele chinesische Nutzer auf Weibo – dem chinesischen Äquivalent zur Plattform X – beklagten, dass die geopolitische Krise nun sogar das Schlafzimmer erreiche. Die Reaktionen reichten von Humor bis hin zu ernsthafter Besorgnis über steigende Lebenshaltungskosten.

Chinesische Nutzer reagieren mit Galgenhumor

Die Online-Kommentare spiegeln eine pragmatische Haltung wider. „Ein paar Dutzend Yuan für ein Kondom sind hundertmal kosteneffizienter als die Erziehung eines Kindes für eine Million Yuan", schrieb ein Nutzer. Ein anderer rief dazu auf: „Von nun an müssen wir nicht nur sparsam sein, sondern uns auch im Voraus mit Kondomen eindecken." Viele Kommentare betonten, dass höhere Preise sie nicht vom Kauf von Kondomen zur Schwangerschaftsverhütung abhalten würden.

Die Diskussion trifft China zu einem besonders sensiblen Zeitpunkt. Die chinesischen Behörden versuchen seit Jahren mit verschiedenen politischen Maßnahmen, die seit Jahrzehnten sinkende Geburtenrate des Landes anzukurbeln und der alternden Bevölkerung entgegenzuwirken. Im vergangenen Jahr erreichten die Geburtenzahlen ein Rekordtief – ein Problem, das die Regierung in Peking zunehmend unter Druck setzt.

Steuerbefreiung abgeschafft – Verhütung wird teurer

Erschwerend kommt hinzu, dass China zu Beginn des Jahres eine drei Jahrzehnte alte Steuerbefreiung für Verhütungsmittel und -geräte abgeschafft hat. Kondome und Antibabypillen unterliegen nun einer Mehrwertsteuer von 13 Prozent – dem Standardsatz für die meisten Konsumgüter. Damit steigen die Kosten für Verhütung in China gleich durch zwei Faktoren gleichzeitig.

Ein möglicher Preisanstieg bei Kondomen würde die bereits gestiegenen Kosten für die Familienplanung in China weiter erhöhen. Das Kondomunternehmen Reckitt, das ebenfalls in China aktiv ist, reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme. Für deutsche Verbraucher sind die Auswirkungen bislang nicht direkt spürbar, doch da Karex als globaler Hauptlieferant für Marken wie Durex fungiert, könnten Preiserhöhungen mittelfristig auch den europäischen Markt erreichen.

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