Kongo: Bergbaukonzerne fordern Aufschub der 5%-Mitarbeiterbeteiligung
Große Bergbauunternehmen im Kongo wollen eine Frist zur Mitarbeiterbeteiligung verschieben – Gewerkschaften fordern sofortige Umsetzung bis 31. Juli.

KINSHASA – Bergbauunternehmen in der Demokratischen Republik Kongo drängen auf ein Moratorium für eine Regierungsrichtlinie, die sie zur Gewährung einer 5-prozentigen Beteiligung an kongolesische Arbeitnehmer verpflichtet. Die Frist läuft am 31. Juli ab. Gewerkschaften hingegen fordern eine sofortige Durchsetzung der Regelung, wie ein Dokument und Informationen aus drei Branchenquellen belegen.
Bisher hat kein einziges Unternehmen die Richtlinie umgesetzt, wie ein Gewerkschaftsführer erklärte. Die Behörden verstärken unterdessen ihre Bemühungen, die lokale Beteiligung in einem Sektor durchzusetzen, der von ausländischen Investoren dominiert wird. Der Kongo ist der weltweit größte Kobaltproduzent und der zweitgrößte Kupferproduzent – ein strategisch bedeutender Rohstofflieferant für die globale Industrie, insbesondere für die Elektromobilität.
Ungeklärte Fragen bremsen die Umsetzung
Grundlage der Regelung ist ein Rundschreiben vom 30. Januar, das Reuters vorlag. Es verpflichtet Bergbauunternehmen, den kongolesischen Arbeitnehmern den 5-Prozent-Anteil zuzuweisen und einen Nachweis über die Einhaltung vorzulegen. Die kongolesische Bergbaukammer bemängelt jedoch, dass wichtige Fragen ungeklärt geblieben sind. Dazu gehört unter anderem, ob bestehende Aktionäre Anteile übertragen müssen und ob die Anforderung rückwirkend für langjährig etablierte Betriebe gilt.
Große Bergbaukonzerne, darunter die Eurasian Resources Group (ERG), Ivanhoe, Glencore und der chinesische Konzern CMOC, trafen sich am 11. Juni mit der Kammer, um eine gemeinsame Reaktion abzustimmen. Glencore und Ivanhoe lehnten eine Stellungnahme gegenüber Reuters ab, während CMOC und ERG zunächst nicht reagierten. Die Kammer hat formell ein Moratorium beantragt, um Konsultationen mit allen Interessengruppen zu ermöglichen – ein alternativer Zeitplan wurde dabei jedoch nicht vorgeschlagen.
„Diese Besorgnis wird von den großen Unternehmen weitgehend geteilt", sagte eine Führungskraft aus dem Bergbausektor, die anonym bleiben wollte. Viele Unternehmen warteten noch auf Klarheit über den endgültigen Rahmen der Regelung. Das kongolesische Bergbauministerium und die Bergbaukammer reagierten nicht auf Anfragen für eine Stellungnahme.
Gewerkschaften fordern Transparenz und sofortige Wirkung
Auf der anderen Seite stehen die Gewerkschaften, die den Bergbauunternehmen vorwerfen, die Umsetzung bewusst zu verschleppen. Das kongolesische Bergbauministerium hat ein Treffen mit den Gewerkschaften angesetzt, um die Richtlinie „näher zu erläutern". Ein zweiter Gewerkschaftsführer wies darauf hin, dass Bergbauunternehmen bislang etwa 3% für arbeitnehmerbezogene Programme bereitgestellt hätten – allerdings ohne ausreichende Transparenz bei der Verwendung dieser Mittel.
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Zur Aktienanalyse„Aus diesem Grund möchte die Regierung, dass sie den Anteil auf 5% erhöhen", sagte die zweite Quelle. Eine höhere und besser kontrollierte Beteiligung könnte die Entwicklung in den Bergbauregionen des Landes unterstützen. „Vonseiten der Gewerkschaften fordern wir eine sofortige Umsetzung", betonte der Gewerkschaftsführer.
Die Auseinandersetzung im Kongo steht exemplarisch für einen breiteren Trend auf dem afrikanischen Kontinent. Angesichts steigender Rohstoffpreise streben immer mehr afrikanische Regierungen nach einem größeren Anteil am Mineralienreichtum ihres Landes. Die 5-Prozent-Regelung im Kongo verstärkt dabei eine bereits bestehende gesetzliche Bestimmung und ist Teil dieser politischen Neuausrichtung. Für internationale Bergbaukonzerne, die im Kongo aktiv sind, bedeutet dies wachsenden regulatorischen Druck – mit ungewissem Ausgang vor der Julifrist.


