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Kooperation gegen Fachkräftemangel: Continental und Rheinmetall

Autozulieferer unterstützt Rüstungsindustrie mit qualifizierten Mitarbeitern und stärkt Beschäftigungssicherung

Kooperation gegen Fachkräftemangel: Continental und Rheinmetall

Der Autozulieferer Continental und der Rüstungskonzern Rheinmetall arbeiten zusammen, um den Fachkräftemangel in der Rüstungsindustrie zu bewältigen. Mitarbeiter von Continental, die von Stellenkürzungen betroffen sind, sollen bei Rheinmetall eine neue Anstellung finden. Diese Kooperation soll den Facharbeitern den Übergang erleichtern. Der Wechsel betrifft zunächst etwa 100 Mitarbeiter des Continental-Standorts in Gifhorn, die zu Rheinmetall nach Unterlüß wechseln können. Dort investiert Rheinmetall derzeit 300 Millionen Euro in den Aufbau einer neuen Artilleriefabrik. Weitere Fachkräfte sollen folgen, und auch andere Zulieferer sind in Gesprächen mit Rheinmetall.

Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen erfolgt vor dem Hintergrund der erhöhten Verteidigungsbudgets in Europa aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Dies hat zu einer Sonderkonjunktur in der Rüstungsindustrie geführt, und Rheinmetall rechnet für das laufende Jahr mit einer Umsatzsteigerung von 40 Prozent. Um die gestiegene Nachfrage zu bewältigen, müssen die Rüstungsunternehmen ihre Produktionskapazitäten erweitern und effizienter werden. Dabei spielt die Erfahrung der Autozuliefererindustrie in der Serienfertigung eine wichtige Rolle.

Continental, das weltweit mehr als 7000 Arbeitsplätze abbauen wird, ist nicht der einzige Zulieferer, der von diesem Wandel betroffen ist. Auch ZF, Bosch und Mahle sehen sich gezwungen, Standorte zu schließen und Mitarbeiter zu entlassen. Die Kooperation zwischen Continental und Rheinmetall könnte als Modell für eine nachhaltige Beschäftigungssicherung in der deutschen Industrie dienen. Rheinmetall ist zudem im Gespräch mit anderen Unternehmen wie Mahle, Bosch und ZF, um ebenfalls deren Fachkräfte zu übernehmen.

ZF hat bestätigt, dass seit der Ankündigung der Schließung des Standorts Gelsenkirchen bis Ende 2024 mehrere Unternehmen mit Bedarf an gut qualifizierten Facharbeitern Kontakt aufgenommen haben, darunter auch solche aus der Rüstungsindustrie. Bei ZF könnten bis zu 13.000 Arbeitsplätze wegfallen. Auch Mahle und Bosch sind von ähnlichen Restrukturierungen betroffen und bemühen sich, ihren Mitarbeitern Perspektiven in anderen Unternehmen zu bieten. Bosch arbeitet an einer „Allianz der Chancen“, um Fachkräfte extern zu vermitteln, darunter auch an Rheinmetall.

Die Zusammenarbeit zwischen Continental und Rheinmetall ist bereits weit fortgeschritten, da Continental konkrete Abbaupläne vorgelegt hat. Vor dem Wechsel werden die Mitarbeiter im Fortbildungsinstitut CITT auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet. Veranstaltungen an verschiedenen deutschen Standorten sollen die Mitarbeiter über ihre beruflichen Perspektiven bei Rheinmetall informieren. Neben Facharbeitern in der Produktion sind auch Softwareexperten von dem Angebot betroffen, da Rheinmetall auch in diesem Bereich Bedarf hat. Entwickler von Continental könnten am Rheinmetall-Standort in Stockach eine neue Anstellung finden.

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