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KOSPI betritt Bullenmarkt: KI-Rally beflügelt Asiens Börsen

Südkoreas Leitindex springt um über 4 Prozent, Halbleiterwerte führen die Erholung an – befeuert durch schwächere US-Inflationsdaten.

KOSPI betritt Bullenmarkt: KI-Rally beflügelt Asiens Börsen

Die asiatischen Aktienmärkte haben am Donnerstag überwiegend zugelegt. Angetrieben von einer erneuten Technologie-Rally und einem moderateren US-Inflationsbericht stieg der südkoreanische KOSPI um 4,22 Prozent auf 6.856,54 Punkte – und trat damit offiziell in einen technischen Bullenmarkt ein. Der MSCI Asia Pacific Index gewann rund 0,8 Prozent.

Auslöser der positiven Stimmung war der US-Verbraucherpreisindex (CPI) für Juli, der einen Preisanstieg von lediglich 0,1 Prozent auswies – exakt im Rahmen der Erwartungen. Die Kernrate des CPI stieg im Monatsvergleich um 0,2 Prozent und im Jahresvergleich um 2,5 Prozent. Die Geldmärkte reagierten prompt: Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve im September sank von 54 Prozent in der Vorwoche auf rund 40 Prozent. Niedrigere Zinserwartungen geben traditionell Technologie- und Wachstumswerten Auftrieb.

An der Wall Street hatte der S&P 500 zuvor um 0,26 Prozent zugelegt, der Nasdaq stieg um 0,54 Prozent und blieb damit nahe seiner Rekordstände. Im asiatischen Handel gewannen Nasdaq-100-Futures und S&P-500-Futures jeweils 0,1 Prozent.

Dramatische Trendwende in Korea

Die Erholung des KOSPI ist bemerkenswert, denn sie folgt auf einen der heftigsten Einbrüche der jüngeren Geschichte. Im Juli war der südkoreanische Leitindex um 22 Prozent eingebrochen – der stärkste monatliche Rückgang seit der globalen Finanzkrise. Trotz eines Jahresplus von mehr als 60 Prozent liegt der KOSPI immer noch rund 24 Prozent unter seinem Höchststand von Ende Juni. Der Ausverkauf hatte damals zu häufigen Handelsunterbrechungen geführt, da Intraday-Schwankungen von mehr als 5 Prozent zur Normalität wurden.

Seit dem Tief Ende Juli hat sich der Index um rund 23 Prozent erholt – genug, um die Schwelle zum technischen Bullenmarkt zu überschreiten. Zur Beruhigung der Märkte trugen auch regulatorische Maßnahmen bei: Die Behörden verschärften die Regeln für gehebelte Einzelaktien-ETFs, darunter Mindestanforderungen für Bareinlagen und Regeln für den Testhandel. Privatanleger reduzierten zudem ihre Kreditaufnahme auf Margin. Der tägliche Umsatz mit gehebelten Produkten ist stark gesunken, was die Volatilität auf den niedrigsten Stand seit April drückte.

Halbleiter als Zugpferd der Erholung

Die Hauptlast der Erholung trägt der Halbleitersektor. Samsung Electronics kletterte um 5,09 Prozent, SK Hynix gewann 7,58 Prozent und LG Innotek sprang um 4,47 Prozent nach oben. Auch japanische Zulieferer profitierten: Kioxia Holdings stieg um 8,50 Prozent, Murata Manufacturing schnellte um 10,55 Prozent empor und TDK gewann 4,30 Prozent. Sony gab hingegen um 1,86 Prozent nach.

Zusätzlich stützen Erwartungen an höhere Aktionärsrenditen die Kurse. Anleger rechnen damit, dass Samsung und SK Hynix bald stärkere Ausschüttungspläne ankündigen werden – ein weiterer Faktor, der die jüngste Erholung beflügelt hat.

Japans Nikkei 225 legte um 1,88 Prozent zu, der breiter gefasste TOPIX stieg um 0,71 Prozent. In China gewann der Shanghai Shenzhen CSI 300 um 0,49 Prozent, der Shanghai Composite legte um 0,42 Prozent zu. Die Erholung in China spiegelt das erneute Vertrauen wider, dass die Ausgaben für Künstliche Intelligenz intakt bleiben. Jüngste Quartalsergebnisse großer Technologiekonzerne deuteten auf weiterhin hohe Investitionen in Computerinfrastruktur hin.

Nicht alle Märkte profitierten: Australiens S&P/ASX 200 fiel um 0,46 Prozent, Singapurs FTSE Straits Times sank um 0,77 Prozent und Indiens Nifty 50 gab um 0,39 Prozent nach. Bei den Rohstoffen beendete Brent-Öl eine sechstägige Rally und fiel unter 89 US-Dollar pro Barrel.

Erholung bleibt anfällig

Trotz der eindrucksvollen Erholung mahnen Analysten zur Vorsicht. Der KOSPI mag den Bereich des Bärenmarktes verlassen haben, doch die noch immer große Lücke zum Juni-Hoch sowie das fragile Umfeld bei Privatanlegern und Auslandszuflüssen machen die Erholung anfällig für einen erneuten Stimmungsumschwung im KI-Sektor. Gleichzeitig beobachten Investoren den wachsenden Wettbewerb aus China, der zuvor den Enthusiasmus für koreanische Speicheraktien gedämpft hatte. Der KI-Handel findet allmählich wieder festen Boden – doch die Basis bleibt fragil.

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