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Kreditklemme: Banken versagen deutschen Autozulieferern die Finanzierung

Sparwellen bei BMW, Mercedes und VW treffen Zulieferer doppelt: Nun droht auch noch der Entzug wichtiger Bankkredite.

Kreditklemme: Banken versagen deutschen Autozulieferern die Finanzierung

Die Sparoffensiven der großen deutschen Automobilhersteller hinterlassen tiefe Spuren – und zwar nicht nur in den eigenen Bilanzen. Für die Zulieferbranche verschärft sich die Lage dramatisch: Wegen düsterer Marktaussichten fällt es den Unternehmen zunehmend schwer, von Banken die dringend benötigten Kredite für ihre Transformation zu erhalten.

Besonders die Sparprogramme bei Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz setzen die Zulieferer unter enormen Druck. Viele von ihnen kämpfen bereits seit Monaten mit sinkenden Auftragsvolumina und gleichzeitig steigenden Kosten – eine gefährliche Kombination, die ihre Kreditwürdigkeit in den Augen der Banken erheblich verschlechtert.

Kreditversicherer schlägt Alarm

Frank Schumacher vom internationalen Kreditversicherer Atradius bringt die Situation auf den Punkt: „Die Sparprogramme von Volkswagen und anderen Herstellern erhöhen den Druck auf die Zulieferer weiter." Die bei den Herstellern nun geplanten Maßnahmen seien Mittel, „zu denen viele Zulieferer aufgrund sinkender Volumina und steigender Kosten bereits seit Monaten gezwungen sind."

Das bedeutet im Klartext: Was die Automobilkonzerne jetzt als Sparmaßnahme einleiten, ist für viele ihrer Zulieferer längst bittere Realität. Die Branche befindet sich in einem Teufelskreis – weniger Aufträge von den Herstellern bedeuten weniger Einnahmen, was wiederum die Bonität gegenüber den Banken schwächt und die Kreditvergabe erschwert.

Transformation ohne frisches Kapital kaum möglich

Besonders brisant ist die Lage deshalb, weil die Zulieferer gleichzeitig den technologischen Wandel hin zur Elektromobilität stemmen müssen. Ohne ausreichende Kreditlinien fehlt ihnen jedoch das nötige Kapital, um in neue Technologien und Produktionsanlagen zu investieren. Die Finanzierungslücke droht damit zum strukturellen Problem für die gesamte deutsche Automobilzulieferbranche zu werden.

Für Privatanleger, die in Aktien von Automobilzulieferern investiert sind oder dies erwägen, ist diese Entwicklung ein wichtiges Warnsignal. Unternehmen, die keinen ausreichenden Zugang zu Fremdkapital haben, geraten schnell in Liquiditätsprobleme – mit entsprechenden Folgen für Aktienkurs und Dividende. Die Kombination aus Auftragsschwäche, Kostendruck und Kreditklemme macht die Branche derzeit zu einem besonders risikobehafteten Investitionsfeld.

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