Kriegswirtschaft: Drohender Lieferengpass für Panzermotoren
Produktion von Rolls-Royce Power Systems in Friedrichshafen vor Herausforderungen

Die Produktion von Panzermotoren bei Rolls-Royce Power Systems (RRPS) in Friedrichshafen könnte aufgrund eines möglichen Großauftrags ins Stocken geraten. Die Bundesregierung plant, 100 Milliarden Euro in die Modernisierung der Bundeswehr zu investieren, und RRPS könnte mit einem Großauftrag rechnen. Allerdings könnten Entscheidungen nicht autonom getroffen werden, da RRPS zum britischen Rolls-Royce-Konzern gehört. Die Produktion von Panzermotoren ist Handarbeit und zeitaufwendig, daher könnte die Umsetzung eines Auftrags lange dauern. Betriebsratsvorsitzender Thomas Bittelmeyer warnt vor einem Einstellungsstopp und einem möglichen Kapitalabzug von der deutschen Tochterfirma. Der deutsche Ableger des Konzerns produziert auch Antriebe für Schiffe, Schienenfahrzeuge und Industriemaschinen und hat im vergangenen Jahr so viele Aufträge wie nie zuvor erhalten. Trotzdem plant der britische Rolls-Royce-Konzern, weiter zu sparen.
Für RRPS wäre es schwierig, die Produktion von Panzermotoren zu erhöhen, da mehr Personal und zusätzliche Produktionsstätten benötigt würden. Die britische Konzernzentrale hat erklärt, dass es keine Pläne gebe, Kapital von der deutschen Tochterfirma abzuziehen. RRPS arbeitet eng mit der Konzernzentrale zusammen, um neue Mitarbeiter einzustellen. Betriebsratschef Bittelmeyer glaubt jedoch, dass Investitionen in zusätzliche Produktionsstätten unwahrscheinlich sind, solange es keinen politischen Druck gibt. Ein möglicher Großauftrag für Panzermotoren ist ein Politikum, da die Wehrhaftigkeit Europas auf dem Spiel steht. Der lokale CDU-Bundestagsabgeordnete Volker Mayer-Lay hat die britische Botschaft um ein Gespräch gebeten und die Bundesregierung aufgefordert, auf die britische Regierung einzuwirken.
Die Produktion von Panzermotoren bei RRPS in Friedrichshafen ist ein wichtiger Aspekt der Modernisierung der Bundeswehr. RRPS benötigt dringend Planungssicherheit und einen klaren Auftrag von der Bundesregierung. Der Vorstandsvorsitzende Jörg Stratmann betont, dass je schneller Klarheit herrscht, desto besser es für die Wehrhaftigkeit der Demokratie wäre.
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