Krypto-Branche investiert fast 200 Millionen Dollar in US-Midterms
Die Kryptowährungsbranche pumpt fast 200 Millionen Dollar in die US-Zwischenwahlen und unterstützt gezielt krypto-freundliche Kongresskandidaten.

Die Krypto-Branche hat fast 200 Millionen Dollar in die US-Zwischenwahlen im November investiert. Das unterstreicht den wachsenden politischen Einfluss des Sektors, der den Kongress zur Verabschiedung neuer Gesetze für digitale Vermögenswerte drängt. Laut einem Bericht der Überwachungsorganisation Public Citizen vom Juni belaufen sich die Ausgaben auf 189 Millionen Dollar.
Ein Großteil dieser Mittel fließt über Fairshake, ein bedeutendes Super-PAC (Political Action Committee), das gegründet wurde, um krypto-freundliche Kandidaten zu unterstützen. Super-PACs leisten keine direkten Beiträge an Kandidaten, finanzieren aber unabhängige Aktivitäten wie Werbung. Fairshake hat in diesem Wahlzyklus mehr als 136 Millionen Dollar gesammelt und leitet seine Gelder über zwei separate demokratische und republikanische Tochtergesellschaften weiter.
Die aktuelle Ausgabenoffensive baut auf den 170 Millionen Dollar auf, die die Branche während der Wahlen 2024 investierte. Viele der damals unterstützten Kandidaten gewannen ihre Rennen. Dies half der Branche, den sogenannten „Genius Act" durch den Kongress zu bringen – ein Gesetz, das Regeln für dollarbesicherte Krypto-Token, sogenannte Stablecoins, schuf.
Die wichtigsten Gesetzesvorhaben
Nun drängt die Branche auf den umfassenderen „Clarity Act", der derzeit den Senat durchläuft. Befürworter argumentieren, dieser würde eine breitere Krypto-Adoption fördern, indem er die Branche auf eine solidere rechtliche Grundlage stellt. Für diesen Gesetzentwurf besteht nur ein schmales Zeitfenster, um vor der August-Pause des Senats Gesetz zu werden.
Im Folgenden sind die zehn Kongresskandidaten aufgeführt, für die Fairshake am meisten ausgegeben hat:
Barry Moore (R), Alabama – 9,43 Mio. Dollar
: Der Abgeordnete kandidiert für den Senat und stimmte für den „Genius Act" sowie den „Clarity Act". Er brachte zudem einen Gesetzentwurf zur formellen Etablierung einer strategischen Bitcoin-Reserve im Finanzministerium ein.
Andy Barr (R), Kentucky – 7,17 Mio. Dollar
: Der Abgeordnete kandidiert ebenfalls für den Senat und stimmte für beide Gesetze. Er unterstützte zudem Krypto-Unternehmen, die behaupten, unter der Biden-Regierung von Bankenregulatoren gezielt benachteiligt worden zu sein.
Christian Menefee (D), Texas – 6,47 Mio. Dollar
: Der Demokrat ist seit Februar nach einer Nachwahl Abgeordneter und hat noch nicht über krypto-bezogene Gesetze abgestimmt. Er gewann eine Vorwahl gegen den langjährigen Abgeordneten Al Green, der der Branche vorwarf, Millionen auszugeben, um „den Kongress zu kontrollieren".
Jasmine Clark (D), Georgia – 4,21 Mio. Dollar
: Die demokratische Staatsabgeordnete kandidiert für den 13. Kongressbezirk Georgias. Sie stimmte im März für einen staatlichen Regulierungsrahmen für Stablecoins und erklärte: „Digitale Vermögenswerte sind die Zukunft und stellen längst überfällige Finanzinstrumente für Bevölkerungsgruppen ohne Bankzugang bereit."
Adrian Boafo (D), Maryland – 3,29 Mio. Dollar
: Der Delegierte des Bundesstaates Maryland kandidiert für das Repräsentantenhaus. Er brachte Gesetzentwürfe ein, die Beschränkungen für digitale Vermögenswerte verbieten und eine Task Force für Blockchain-Technologie einrichten würden. Marylands Gouverneur stimmte dem Task-Force-Entwurf zu.
Randy Fine (R), Florida – 1,67 Mio. Dollar
: Der Abgeordnete gewann 2025 eine Nachwahl und kandidiert für die Wiederwahl. Er stimmte für den „Genius Act" und den „Clarity Act" und erklärte im Januar 2025: „Die Menschen in Florida wollen Krypto-Innovationen."
James Walkinshaw (D), Virginia – 1,01 Mio. Dollar
: Der Demokrat gewann im vergangenen Jahr eine Nachwahl und kandidiert für die Wiederwahl. Er argumentierte in einem Gastbeitrag, dass Blockchain-Technologie die Wirtschaft in seinem Bezirk diversifizieren könnte.
Jessica Hart Steinmann (R), Texas – 771.657 Dollar
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Zur Aktienanalyse: Die Republikanerin, die während Trumps erster Amtszeit im Justizministerium arbeitete, hat ihre Unterstützung für „klare gesetzliche Rahmenbedingungen zur Regulierung digitaler Vermögenswerte" signalisiert.
Houston Gaines (R), Georgia – 708.828 Dollar
: Der republikanische Staatsabgeordnete kandidiert für den Kongress und unterstützt laut der Interessenvertretung Stand With Crypto sowohl den „Genius Act" als auch den „Clarity Act".
Carlos De La Cruz (R), Texas – 615.885 Dollar
: Der Republikaner unterstützt laut Stand With Crypto klare Bundesregeln zur Förderung von Innovationen im Krypto-Bereich.
Strategische Bedeutung für die Branche
Die Investitionen der Krypto-Branche in den Wahlkampf zeigen eine klare Strategie: Durch gezielte Unterstützung parteiübergreifender Kandidaten – sowohl Demokraten als auch Republikaner – versucht der Sektor, eine stabile Mehrheit für krypto-freundliche Gesetzgebung im Kongress aufzubauen. Präsident Donald Trump unterzeichnete bereits ein Dekret zur Einrichtung einer strategischen Bitcoin-Reserve, doch Analysten betonen, dass dies gesetzlich verankert werden muss, um über seine Amtszeit hinaus Bestand zu haben. Die Branche setzt daher auf langfristige parlamentarische Absicherung ihrer Interessen.


