Krypto-Exposure ohne direkte Coins: So geht es für Anleger
Spot-ETFs auf Bitcoin und Ethereum ermöglichen Anlegern Krypto-Renditen – ohne digitale Münzen selbst zu besitzen oder zu verwahren.

Viele Anleger möchten von den Kursgewinnen des Kryptowährungsmarktes profitieren, scheuen aber den direkten Besitz digitaler Vermögenswerte. Gründe dafür gibt es viele: Bitcoin und Ethereum wirken auf manche fremd und zu volatil, andere möchten keine Kryptowährungen selbst verwahren oder mit unbekannten Drittverwahrern zusammenarbeiten. Hinzu kommt, dass viele Finanzberater den Kryptomarkt nach wie vor meiden.
Für genau diese Anlegergruppe hat sich in den vergangenen Jahren eine praktische Alternative etabliert: sogenannte Spot-ETFs, die sich auf eine einzelne Kryptowährung konzentrieren. „Die meisten Anleger, die an digitalen Vermögenswerten partizipieren möchten, ohne diese direkt zu besitzen, könnten mit Single-Crypto-ETFs gut beraten sein", sagt Matt Gentzkow, Anlagestratege bei Waddell & Associates in Nashville, Tennessee.
Bitcoin- und Ethereum-ETFs als Einstieg
Da Bitcoin und Ethereum den Großteil der Marktkapitalisierung digitaler Vermögenswerte ausmachen, empfehlen Berater, mit einem Spot-ETF auf mindestens eine dieser beiden Kryptowährungen zu beginnen. Wer breiter diversifizieren möchte, kann laut Gentzkow verschiedene ETFs kombinieren und so in mehrere digitale Vermögenswerte gleichzeitig investieren.
Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC genehmigte im Januar 2024 die ersten Spot-Bitcoin-ETFs. Seitdem stehen Anlegern mehrere Produkte zur Auswahl. Gemessen am Gesamtvermögen ist der iShares Bitcoin Trust ETF von BlackRock (Ticker: IBIT) der größte, gefolgt vom Fidelity Wise Origin Bitcoin Fund (FBTC) und dem Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) – so die ETF-Datenbank des Analysehauses VettaFi.
Spot-Ethereum-ETFs werden seit Juli 2024 gehandelt. Auch hier führt ein BlackRock-Produkt das Feld an: Der iShares Ethereum Trust ETF (ETHA) ist gemessen am Gesamtvermögen der größte verfügbare Fonds in dieser Kategorie.
Vorteile: Kosten, Regulierung und Steuerreporting
Diese ETFs überzeugen durch mehrere Eigenschaften, die sie für Privatanleger attraktiv machen. Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
Geringe Kosten:
Die Kostenquoten liegen in der Regel zwischen 0,15 % und 1,5 %
Einfacher Zugang:
Kauf über große Online-Broker und Handelsplattformen problemlos möglich
Regulierung:
Die Produkte unterliegen der Aufsicht der US-Börsenaufsicht SEC
Steuerreporting:
Broker stellen standardisierte Steuerberichte bereit – deutlich einfacher als beim direkten Krypto-Besitz
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Zur AktienanalyseGerade der letzte Punkt ist für viele deutsche Anleger relevant, da die steuerliche Behandlung von direkt gehaltenen Kryptowährungen komplex sein kann. ETFs bieten hier eine vertraute und übersichtlichere Struktur.
Wichtiger Nachteil: Kein echter Münzbesitz
Trotz der Vorteile gibt es einen wesentlichen Unterschied zum direkten Krypto-Investment, den Anleger kennen sollten. „Anleger sollten bedenken, dass sie bei einem ETF nicht die tatsächlichen Münzen besitzen und Bitcoin oder Ethereum daher nicht für Transaktionen nutzen können", erklärt David M. McInnis, geschäftsführender Gesellschafter bei Aristîa Wealth Management in Atlanta.
Wer also lediglich an der Kursentwicklung von Bitcoin oder Ethereum partizipieren möchte, ist mit einem Spot-ETF gut bedient. Wer hingegen digitale Vermögenswerte aktiv nutzen, transferieren oder in dezentralen Anwendungen einsetzen möchte, kommt um den direkten Besitz nicht herum. Für die Mehrheit der Privatanleger, die primär an der Wertentwicklung interessiert sind, bieten Spot-ETFs jedoch eine regulierte, kostengünstige und einfach handhabbare Alternative zum direkten Krypto-Investment.


