Kuba: Stromnetz bricht zusammen – Proteste in Havanna
Teilzusammenbruch des Stromnetzes trifft Ostkuba – Bevölkerung leidet täglich bis zu 20 Stunden unter Blackouts.

Kubas Stromnetz hat am frühen Donnerstagmorgen einen teilweisen Zusammenbruch erlitten. Der nationale Netzbetreiber UNE bestätigte weitreichende Stromausfälle in ganz Ostkuba. Besonders hart traf es die zweitgrößte Stadt der Insel, Santiago de Cuba, die weitgehend ohne Elektrizität blieb.
Bis zum Vormittag konnten Behördenvertreter die Stromversorgung für einige lebensnotwendige Dienste in der Region teilweise wiederherstellen. Weite Teile Kubas östlich von Camagüey blieben jedoch weiterhin im Dunkeln. Die fast zehn Millionen Einwohner der Karibikinsel müssen in diesem Monat täglich 20 Stunden oder länger ohne Strom auskommen – auch in der Hauptstadt Havanna.
Treibstoffmangel als Ursache
Kubas Minister für Energie und Bergbau erklärte am Mittwoch, dass der Insel Heizöl und Diesel vollständig ausgegangen seien. Beide Brennstoffe sind für den Betrieb des Stromnetzes entscheidend. Als Ursache nannte der Minister die US-Blockade gegen Treibstofflieferungen an Kuba.
Die Lage verschlechterte sich dramatisch im Januar, nachdem US-Präsident Donald Trump Zölle gegen jedes Land angedroht hatte, das die Insel mit Treibstoff beliefert. Venezuela und Mexiko, einst die wichtigsten Rohöllieferanten des Landes, haben seither ihre Lieferungen eingestellt. Trump hat erklärt, er wolle die kommunistisch geführte Regierung Kubas stürzen, und vorausgesagt, dass das Land „zusammenbrechen" werde.
Proteste und Verzweiflung in der Bevölkerung
Am Mittwochabend brachen in ganz Havanna weit verbreitete Proteste aus. Auslöser waren Stromabschaltungen, die in einigen Stadtteilen 24 Stunden oder länger andauerten. Die anhaltenden Ausfälle drohen Vorräte an gefrorenen Lebensmitteln zu verderben und machen Schlaf für viele Einwohner nahezu unmöglich.
„Das Land hat keinen Treibstoff, und das ist keine Lüge", sagte Rodolfo Aragon, ein 55-jähriger Kleinunternehmer aus Kuba. „Unsere Wirtschaft ist am Tiefpunkt angelangt." Aragon sieht angesichts des Konflikts zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten wenig Hoffnung für die Zukunft.
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Zur AktienanalyseInternationale Kritik an US-Politik
Die Vereinten Nationen bezeichneten Trumps Treibstoffblockade vergangene Woche als rechtswidrig. Sie erklärten, die Blockade behindere das „Recht des kubanischen Volkes auf Entwicklung" und untergrabe gleichzeitig dessen Rechte auf Nahrung, Bildung, Gesundheit sowie Wasser- und Sanitärversorgung.
Die Situation auf Kuba verdeutlicht, wie stark wirtschaftlicher und politischer Druck von außen die Grundversorgung einer Bevölkerung treffen kann. Für deutsche Beobachter zeigt der Fall Kuba, welche humanitären Folgen geopolitische Konflikte und Sanktionspolitik im Alltag der Menschen haben können – weit jenseits diplomatischer Verhandlungstische.


