Kühne kauft Anteil an Beam von Signa
Der Milliardär übernimmt die restlichen 50 Prozent des finanziell kriselnden Immobilienentwicklers am Berliner Bauprojekt

In einer bemerkenswerten Wendung übernimmt der Logistikunternehmer und Milliardär Klaus-Michael Kühne das Bauprojekt "Beam" in Berlin vollständig. Dieses Projekt war zuvor eine 50-prozentige Beteiligung der in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Signa Development, einem Teil der Signa-Firmengruppe von René Benko. Die Übernahme wurde den Gläubigern des Projektentwicklers in einem Investoren-Call mitgeteilt, wobei der Kaufpreis für den zusätzlichen 50-Prozent-Anteil nicht offengelegt wurde.
Diese Entscheidung folgt auf die jüngsten Entwicklungen innerhalb der Signa-Firmengruppe, die sich in einer kritischen finanziellen Lage befindet. Hauptanteilseigner René Benko trat auf Drängen von Investoren von allen operativen Posten zurück. Signa Development hatte insgesamt 300 Millionen Euro über eine Anleihe aufgenommen und besitzt Immobilien im Wert von drei Milliarden Euro, steht jedoch Gesamtverbindlichkeiten von 2,2 Milliarden Euro gegenüber.
Kühne und Benko hatten gemeinsam 700 Millionen Euro in das Projekt Beam investiert. Der nun abgeschlossene Teilverkauf erfolgte zu einem geringen Abschlag auf den Buchwert. Dies geschah inmitten von Verkaufsverhandlungen, über die bereits Ende Oktober berichtet wurde.
Die finanzielle Lage der Signa Development wurde zusätzlich durch eine Herabstufung der Anleihe auf Ramschniveau durch die Ratingagentur Fitch belastet. Ein starker Rückgang des Barmittelbestands und Bedenken über unbezahlte Lieferanten und Bankfinanzierer, die die verschiedenen Signa-Gesellschaften negativ beeinflussen könnten, waren Hauptgründe für die Herabstufung.
In einer kürzlich abgehaltenen Investorenpräsentation wurden Details zum Rückgang des Bargeldbestandes erläutert. Es gab Forderungen für noch nicht bezahlte Leistungen in Höhe von knapp 100 Millionen Euro. Die Signa Development-Manager versprachen, dass dieses Geld bald verfügbar sein würde. Zudem wurde auf eine zentrale Forderung der Anleiheinvestoren reagiert, indem alle Transaktionen mit anderen Unternehmen der Gruppe eingefroren wurden.
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Zur AktienanalyseDie Gläubiger haben sich mit der Beratungsgesellschaft Deloitte sowie der US-Kanzlei Kirkland & Ellis zusammengeschlossen, um ihre Interessen zu vertreten. Trotz des Investoren-Calls, der nur etwa 15 Minuten dauerte und keine Nachfragen zuließ, bleiben viele Fragen offen. Ein Teilnehmer des Calls merkte an, dass die Verantwortlichen „nicht so viel erläutert haben, wie erhofft“.


