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Kundenfavoriten 2026: Lidl und Aldi Nord schlagen alle Konkurrenten

Eine Großstudie mit über 292.000 Verbraucherurteilen kürt die beliebtesten Händler Deutschlands – mit überraschenden Auf- und Absteigern.

Kundenfavoriten 2026: Lidl und Aldi Nord schlagen alle Konkurrenten

Deutsche Verbraucher treffen täglich unzählige Kaufentscheidungen – beim Lebensmitteleinkauf, der Wohnungseinrichtung, der Autosuche oder beim Abschluss eines neuen Bankkontos. Der Markt ist in vielen Branchen kaum noch zu überblicken. Das Kölner Beratungs- und Analysehaus ServiceValue hat nun Licht ins Dunkel gebracht: In einer groß angelegten Studie wurden über 292.000 Verbraucherurteile zu knapp 2.200 Unternehmen aus 118 Branchen ausgewertet.

Das Ergebnis ist eindeutig: Lidl und Aldi Nord teilen sich in diesem Jahr den ersten Platz. Beide Discounter erreichten mit einem Mittelwert von 2,26 die beste Bewertung aller untersuchten Unternehmen und dürfen sich damit als Deutschlands Kundenfavoriten 2026 bezeichnen.

Aldi Süd verliert, neue Branchen drängen in die Top Ten

Vorjahressieger Aldi Süd musste dagegen Federn lassen. Mit einem Mittelwert von 2,28 rutschte der Discounter auf Platz vier ab. Auffällig: Im Vorjahresranking waren noch sechs Lebensmittelhändler unter den Top Ten vertreten – in diesem Jahr schaffte es nur noch ein weiterer Lebensmittelhändler in die Spitzengruppe. Stattdessen finden sich nun die Versicherer Debeka und Ergo, die Direktbank ING sowie die Fitnessstudio-Kette Fitx unter den beliebtesten Anbietern Deutschlands.

Die starke Kundenbindung von Lidl und Aldi Nord spiegelt sich auch in den Geschäftszahlen wider. Aldi Nord steigerte seinen gruppenweiten Handelsumsatz im vergangenen Jahr nach vorläufigen Ergebnissen um 7,4 Prozent auf mehr als 31 Milliarden Euro. Damit wuchs das Unternehmen deutlich schneller als der gesamte deutsche Lebensmitteleinzelhandel, der laut Statistischem Bundesamt 2025 nur ein Umsatzplus von 3,4 Prozent verzeichnete. Aldi Nord betreibt nach eigenen Angaben über 5.500 Filialen und beschäftigt europaweit mehr als 90.000 Menschen, rund 40.000 davon in Deutschland.

Noch beeindruckender sind die Dimensionen bei Lidl. Der Discounter, der gemeinsam mit Kaufland zur Schwarz-Gruppe gehört, erzielte 2024 einen Umsatz von rund 132 Milliarden Euro. Damit war Lidl für den Löwenanteil am Gesamtumsatz der Schwarz-Gruppe von 175,4 Milliarden Euro verantwortlich – ein Beleg für die schiere Marktmacht des Neckarsulmer Konzerns.

Amazons tiefer Fall: Von Platz drei auf Platz 237

Besonders spektakulär ist der Absturz von Amazon im Kundenfavoriten-Ranking. Der US-Versandriese, der für das Geschäftsjahr 2025 den Titel des weltweit umsatzstärksten Unternehmens mit rund 717 Milliarden Dollar erlangte und damit erstmals sogar Walmart überholte, stürzte im deutschen Kundenranking von Platz drei auf Platz 237 ab – mit einem Mittelwert von 2,43.

Ein wesentlicher Grund für den Vertrauensverlust dürfte der Streit um den Streamingdienst Prime Video sein. Amazon schaltet seit einiger Zeit Werbung in seinem Streamingdienst – wer diese ausblenden möchte, muss zusätzlich zum bestehenden Abonnement zahlen. Das sorgt für erheblichen Unmut bei den Kunden, denn der Dienst war ursprünglich als werbefrei angekündigt worden.

Die Verbraucherzentrale hat deshalb eine Sammelklage eingereicht, an der sich rund 220.000 deutsche Kunden beteiligt haben. Im Kern geht es um die Frage, ob Amazon rechtmäßig zusätzliches Geld verlangen darf, um den ursprünglich werbefreien Dienst auch werbefrei zu halten. Eine gerichtliche Entscheidung in diesem Zivilprozess soll am 17. Juli fallen – ein Datum, das für hunderttausende Amazon-Kunden in Deutschland von erheblicher Bedeutung sein dürfte.

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