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Kupferflut in den USA senkt Preisaufschlag

Lagerbestände steigen rasant – Europa und China verlieren Metall an den US-Markt

 Kupferflut in den USA senkt Preisaufschlag

Die Ankündigung möglicher US-Strafzölle auf Kupferimporte hat eine massive Umlenkung physischer Metallströme ausgelöst. Seit die US-Regierung im Februar eine sogenannte Section-232-Untersuchung zu Kupferimporten einleitete, versuchen Händler, möglichst viel Kupfer in die Vereinigten Staaten zu bringen, um von möglichen Zolleffekten zu profitieren. Die Erwartung eines 25-prozentigen Strafzolls hat den Handel mit einem hohen Aufschlag des US-Futures-Kontrakts an der CME gegenüber dem Londoner LME-Preis befeuert.

Noch vor drei Wochen lag der Preisaufschlag des CME-Bargeschäfts bei fast 1.600 US-Dollar pro Tonne, was rund 17 Prozent über dem LME-Preis entsprach. Inzwischen ist dieser Aufschlag auf 600 Dollar pro Tonne beziehungsweise 6 Prozent geschrumpft. Grund dafür ist nicht etwa eine geänderte Markterwartung, sondern die schiere Menge an Kupfer, die in die USA geliefert wird, sowie die gleichzeitige Abnahme der LME-Lagerbestände.

Die wöchentlichen US-Importe von raffiniertem Kupfer haben sich seit Ende März nahezu verdreifacht – von 14.000 Tonnen auf 40.000 Tonnen. Ein Großteil dieses Metalls gelangt in Lagerhäuser der CME, insbesondere nach New Orleans. Die Kupferbestände der CME sind seit Jahresbeginn um 81 Prozent gestiegen und haben mit 152.919 Tonnen den höchsten Stand seit acht Jahren erreicht.

Während sich an der CME ein Angebotsüberhang zeigt, ergibt sich am LME ein entgegengesetztes Bild. Dort ist der Lagerbestand auf ein Jahrestief von 179.375 Tonnen gefallen. Etwa 40 Prozent dieses Volumens sind zur physischen Auslieferung vorgesehen. Die verbleibenden Lagerbestände bestehen überwiegend aus russischen und chinesischen Kupfermarken, die Ende April 98 Prozent der sogenannten „warranted inventory“ ausmachten.

Auch in China sind die Kupferlager rückläufig. Die Vorräte an der Shanghai Futures Exchange fielen von einem Höchststand nach dem chinesischen Neujahrsfest von 268.337 Tonnen auf 108.142 Tonnen. Chinas Einfuhren von raffiniertem Kupfer sanken im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 20 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent, da Metallströme in Richtung USA umgelenkt wurden.

Zusätzlich hat die US-Zollpolitik die Exporte von Kupferschrott in Richtung China nahezu zum Erliegen gebracht. China war im Vorjahr Hauptabnehmer von 441.000 Tonnen recycelbarem Kupfer aus den USA. Die bestehende Unsicherheit über zukünftige Zollregelungen blockiert diesen Handelsstrom derzeit.

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