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Kupferpreisanstieg lässt 23 neue Bergbau-Unicorns entstehen

Steigende Kupferpreise katapultieren Minen in Milliardenbewertungen – die Bergbaubranche fordert mehr Aufmerksamkeit von Mainstream-Investoren.

Kupferpreisanstieg lässt 23 neue Bergbau-Unicorns entstehen

Der Kupfermarkt erlebt einen bemerkenswerten Boom, der laut einer Analyse von MINING.COM inzwischen 23 Bergbauminen in den Status sogenannter „Unicorns" gehoben hat. Das Fachportal überträgt dabei den aus der Tech-Welt bekannten Begriff auf die Bergbauindustrie – und macht damit auf eine strukturelle Lücke in der Wahrnehmung von Rohstoffinvestitionen aufmerksam.

In der Technologiebranche gilt ein Start-up offiziell als Unicorn, sobald es eine Bewertung von einer Milliarde US-Dollar erreicht, solange es sich noch in privater Hand befindet. Weltweit existieren derzeit 1.765 solcher Unicorns – aktuelle und ehemalige zusammengerechnet. MINING.COM argumentiert, dass die Bergbauindustrie eine vergleichbare Kategorie benötigt, um die Fantasie von Mainstream-Investoren zu wecken.

Bergbau konkurriert um Investorenkapital

Der Hintergrund dieser Debatte ist ernst: Die Bergbaubranche kämpft darum, mit Sektoren wie dem Silicon Valley, Kryptowährungen und Hyperscalern um Investitionsgelder zu konkurrieren. Zur Verdeutlichung der Schieflage verweist MINING.COM auf den Softbank Vision Fund, der 300 Millionen US-Dollar in „Wag!" investierte – eine App, die Hundebesitzer in Echtzeit über die Ausscheidungen ihrer Haustiere informiert. Das Unternehmen überlebte nicht, die App hingegen schon.

Als weiteres Beispiel für die verzerrten Bewertungsmaßstäbe nennt der Artikel Opensea, einen mittlerweile untergegangenen Marktplatz für sogenannte Bored Ape Yacht Club NFTs. Dieser erreichte auf dem Höhepunkt eine Bewertung von 13 Milliarden US-Dollar – mehr, als der renommierte Bergbaukonzern Ivanhoe Mines heute an der Börse wert ist.

Um mehr Kapital anzuziehen, schlägt MINING.COM augenzwinkernd vor, Junior-Bergbauunternehmen künftig als „Start-ups" zu bezeichnen. Selbst Bergbauunternehmen, die ihrem Namen hastig Begriffe wie „Critical Minerals" oder „Rare Earths" hinzugefügt haben, hätten Mühe, das sogenannte „Funny Money" großer Technologieinvestoren anzulocken.

Kupfer als Schlüsselmetall der Energiewende

Kupfer steht im Zentrum dieser Entwicklung, weil das Metall derzeit extrem gefragt ist. Rechenzentren, Elektromobilität und der Ausbau erneuerbarer Energien treiben die Nachfrage massiv an. Die Escondida-Mine von BHP in Chile gilt dabei als weltgrößter Kupferproduzent und steht symbolisch für die Dimension der Branche.

Die zweite Unicorn-Liste von MINING.COM basiert bewusst auf Kupfer als Indikatormetall – ein Rohstoff, der von Ökonomen traditionell als Frühindikator für die globale Konjunktur gilt. Dass ausgerechnet 23 Kupferminen nun die Milliardenschwelle überschreiten, zeigt, wie stark der Preisanstieg die Bewertungen in der Branche verändert hat.

Für deutsche Privatanleger ist diese Entwicklung relevant: Kupfer ist ein zentraler Baustein der Energiewende, und steigende Bewertungen von Kupferproduzenten könnten langfristig auch Bergbau-ETFs und entsprechende Rohstoffaktien beflügeln. Die Diskussion um eine neue Sprache für Bergbauinvestitionen spiegelt dabei einen breiteren Trend wider – den Versuch der Rohstoffbranche, im globalen Wettbewerb um Kapital sichtbarer zu werden.

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