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Kupferschmelzer zahlen drauf statt zu verdienen

Chinas Überkapazitäten und sinkende Verarbeitungsgebühren setzen die Branche massiv unter Druck

Kupferschmelzer zahlen drauf statt zu verdienen

Kupferschmelzen geraten zunehmend unter Druck: Statt für das Verarbeiten von Kupferkonzentraten bezahlt zu werden, müssen einige Schmelzwerke derzeit sogar Geld an Minenbetreiber zahlen, um überhaupt an Rohmaterial zu kommen. Die sogenannten Treatment and Refining Charges (TCRC), die eigentlich eine zentrale Einnahmequelle darstellen, sind seit Jahresbeginn im negativen Bereich. Auch die Verhandlungen zur Jahresmitte starten mit negativen Vorzeichen.

Ein wesentlicher Grund für diesen Ausnahmezustand liegt nicht allein im bekannten strukturellen Defizit an Minenproduktion, sondern zunehmend in einer Überkapazität auf der Verarbeitungsseite. Besonders in China wurde die Schmelzkapazität in rasantem Tempo ausgeweitet. Viele neue Betreiber wetteifern um die begrenzte Menge an verfügbaren Konzentraten. Trotz steigender Minenproduktion – 2023 legte sie global um 2,1 Prozent zu, 2024 um 2,8 Prozent, im ersten Quartal 2025 nochmals um 1,2 Prozent – kann das Angebot nicht mit dem Tempo neuer Schmelzwerke Schritt halten.

Chinas Einfuhren von Kupferkonzentrat erreichten 2024 einen neuen Höchstwert von 28,2 Millionen Tonnen und stiegen in den ersten vier Monaten dieses Jahres nochmals um 7,5 Prozent. Die verarbeitete Kupfermenge im Land zog zuletzt ebenfalls deutlich an: Im Mai lag die Produktion fast 14 Prozent über dem Vorjahreswert, das kumulierte Plus im bisherigen Jahresverlauf beträgt laut Shanghai Metal Market rund 11 Prozent.

Diese Entwicklung hat bereits erste Opfer gefordert. Der Rohstoffkonzern Glencore stellte im Februar den Betrieb seines Pasar-Schmelzwerks auf den Philippinen ein, Sinomine folgte im Juni mit der Stilllegung der Tsumeb-Anlage in Namibia. Chinesische Betreiber hingegen halten an ihrer Strategie fest, Marktanteile zu sichern – auch auf Kosten der Rentabilität.

Zugleich verschärfen sich die strukturellen Probleme in der Preisbildung: Die noch immer weitverbreitete Praxis, Verarbeitungsgebühren jährlich oder halbjährlich festzulegen, gerät ins Wanken. In China zeichnet sich eine Bewegung hin zu quartalsweisen oder gar Spot-Preismodellen ab. Angesichts der aktuellen Preisentwicklung – Benchmark-Konditionen für 2025 liegen bei nur noch 21,5 Dollar pro Tonne, dem tiefsten Stand seit mindestens 20 Jahren – könnte ein Umdenken unausweichlich sein.

Ein weiteres Problem kündigt sich mit neuen Schmelzwerken in Indonesien an. Sie reduzieren die bisherige Rolle des Landes als wichtiger Konzentratlieferant für andere asiatische Anlagen. Gleichzeitig kühlt sich die chinesische Kupfernachfrage ab – unter anderem durch Rücknahmen staatlicher Förderungen im Solarsektor. Trotz dieser Signale halten viele Betreiber am Ausbau fest, was die bestehende Dysbalance weiter verstärken dürfte.

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