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Lateinamerika: Ausländische Direktinvestitionen steigen 2025 auf 194 Milliarden Dollar

Bergbau, Energie und Technologie treiben den Anstieg der Auslandsinvestitionen in Lateinamerika und der Karibik um 1,7 Prozent an.

Lateinamerika: Ausländische Direktinvestitionen steigen 2025 auf 194 Milliarden Dollar

Die ausländischen Direktinvestitionen (ADI) in Lateinamerika und der Karibik haben im Jahr 2025 einen Gesamtwert von 194,23 Milliarden US-Dollar erreicht. Das entspricht einem Anstieg von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies geht aus einem Bericht der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Lateinamerika und die Karibik (ECLAC) hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde.

Brasilien und Mexiko dominierten dabei das Investitionsgeschehen in der Region. Gemeinsam zogen die beiden größten Volkswirtschaften Lateinamerikas 62 Prozent der gesamten Investitionsströme auf sich. Als weitere bedeutende Empfängerländer nannte die ECLAC Chile, Peru, Kolumbien, Guyana, Costa Rica und die Dominikanische Republik.

Bergbau und Technologie als Wachstumstreiber

Besonders hohe Investitionszusagen verzeichneten die Sektoren Bergbau, Energie, Information und Kommunikation sowie Transport und Lagerung. Diese Branchen spiegeln den globalen Trend wider: Rohstoffe für die Energiewende und digitale Infrastruktur stehen bei internationalen Investoren hoch im Kurs.

Als besonders bemerkenswerte Einzelprojekte hob die ECLAC ein bedeutendes Lithiumprojekt in Argentinien hervor. Lithium gilt als Schlüsselrohstoff für die Produktion von Batterien und Elektrofahrzeugen und ist damit ein strategisch wichtiges Investitionsziel. Ebenfalls hervorgehoben wurde das von TikTok geplante Datenverarbeitungszentrum in Brasilien im Wert von 37,7 Milliarden US-Dollar – ein Investitionsvorhaben von erheblicher Größenordnung, das die wachsende Bedeutung Lateinamerikas als Standort für digitale Infrastruktur unterstreicht.

Neue Investoren drängen in die Region

Auf der Seite der Kapitalgeberländer stellten die Vereinigten Staaten und Europa zusammen rund 67 Prozent der Investitionszuflüsse bereit. Damit bleiben die westlichen Industrienationen die dominierenden Investorengruppen in der Region.

Gleichzeitig zeichnen sich neue Entwicklungen auf der Investorenseite ab. Saudi-Arabien trat laut ECLAC als relativ neue Kapitalquelle in Erscheinung. Auch China und Singapur bauten ihre Investitionspräsenz in Lateinamerika und der Karibik weiter aus. Diese Diversifizierung der Herkunftsländer zeigt, dass die Region für ein breiteres Spektrum internationaler Investoren zunehmend attraktiv wird.

Für deutsche und europäische Anleger ist die Entwicklung in Lateinamerika aus mehreren Gründen relevant: Die Region verfügt über bedeutende Rohstoffvorkommen, die für die europäische Industrie und die Energiewende von strategischer Bedeutung sind. Zudem wächst der Technologiesektor in Ländern wie Brasilien und Mexiko dynamisch, was neue Investitionsmöglichkeiten eröffnet. Der moderate Anstieg der Direktinvestitionen um 1,7 Prozent signalisiert dabei ein stabiles, wenn auch nicht explosives Wachstumsumfeld.

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