Lateinamerikanische Währungen steigen trotz Iran-Waffenstillstand-Unsicherheit
Hoffnungen auf einen Iran-Waffenstillstand beflügeln die Märkte, doch Teherans Ablehnung des Vorschlags dämpft den Optimismus wieder.

Die meisten lateinamerikanischen Währungen haben am Montag zugelegt, während sich die regionalen Aktienmärkte uneinheitlich entwickelten. Auslöser für die positive Stimmung waren Berichte über Fortschritte bei einem möglichen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran – ein Thema, das die globalen Finanzmärkte derzeit stark bewegt.
Ein Rahmenplan zur Beendigung der Feindseligkeiten wurde von Pakistan ausgearbeitet und über Nacht an den Iran und die USA übermittelt, wie eine mit den Vorschlägen vertraute Quelle gegenüber Reuters erklärte. Die Hoffnungen wurden jedoch schnell gedämpft: Die offizielle iranische Nachrichtenagentur IRNA meldete, dass der Iran den Waffenstillstandsvorschlag ablehne und stattdessen ein dauerhaftes Ende des Krieges fordere.
US-Präsident Trump kündigte an, sich um 13:00 Uhr ET (18:00 Uhr GMT) auf einer Pressekonferenz zu dem Vorschlag zu äußern. Er betonte zudem, dass die von ihm gesetzte Frist bis Dienstag für eine Einigung mit dem Iran endgültig sei – ein Signal, das die Märkte aufmerksam verfolgten.
Peso und Real legen zu – Rückkehr nach Karfreitag
Der Handel in den meisten lateinamerikanischen Ländern belebte sich am Montag, nachdem die regionalen Märkte wegen des Karfreitags geschlossen gewesen waren. Der mexikanische Peso führte die Erholung in der Region an und wertete um 0,4 Prozent gegenüber dem US-Dollar auf den höchsten Stand seit mehr als zehn Tagen auf. Der brasilianische Real legte um 0,1 Prozent zu. Perus Sol stieg bei geringem Handelsvolumen sogar um 0,8 Prozent – im Vorfeld einer Zinsentscheidung, bei der allgemein erwartet wird, dass die peruanische Zentralbank ihren Leitzins unverändert lässt.
Rückenwind erhielten die Währungen auch durch einen weltweit schwächeren US-Dollar, der den Aufwertungsdruck auf die Schwellenländerwährungen verstärkte. Eine Reuters-Umfrage unter Devisenstrategen warnt jedoch, dass für die wichtigsten Währungen Lateinamerikas im April mit einer Abschwächung gerechnet wird – da die Entscheidungsträger angesichts potenzieller wirtschaftlicher Verwerfungen durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran eine defensive Haltung einnehmen.
Geopolitik beeinflusst Zinspolitik in der Region
Der Nahostkonflikt hat weltweit zu einer deutlichen Neubewertung der Zinserwartungen geführt. In Lateinamerika zeigt sich derzeit ein gemischtes Bild: Die Entscheidungsträger der chilenischen Zentralbank erwogen bei ihrer Sitzung im März kurzzeitig sogar eine Zinserhöhung aufgrund der geopolitischen Unsicherheit, wie aus dem veröffentlichten Sitzungsprotokoll hervorging. Brasiliens Zentralbank hingegen senkte bei ihrer März-Sitzung die Zinsen, und auch die mexikanische Zentralbank lockerte bei ihrem letzten Treffen die Geldpolitik.
Bob Savage, Leiter der Makrostrategie für Märkte bei BNY, fasste die Lage treffend zusammen: „Geopolitische Spannungen um den Iran und die Straße von Hormus führen zu Unterbrechungen der Energieversorgung, Marktvolatilität und dringenden diplomatischen Bemühungen, wobei die Waffenstillstandsgespräche kurzfristig nur begrenzte Klarheit bieten."
Bei den Aktien entwickelten sich die lokalen Börsen weitgehend uneinheitlich. Der MSCI-Index für regionale Aktien legte jedoch um 0,1 Prozent zu. Argentiniens MerVal-Index verzeichnete ein Plus von 0,11 Prozent.
Braskem Idesa und weitere Meldungen aus der Region
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Zur AktienanalyseAuf Unternehmensseite sorgt Braskem Idesa für Aufmerksamkeit: Das Joint Venture zwischen dem brasilianischen Petrochemieunternehmen Braskem und der mexikanischen Grupo Idesa bereitet sich laut einem Medienbericht darauf vor, bereits nächste Woche in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11 zu beantragen.
Aus der Region gibt es weitere relevante Entwicklungen: Bolivien schafft die Steuer auf Finanztransaktionen ab und führt eine Steuergutschrift für Kraftstoffkäufe wieder ein. Der Irak könnte seine Ölexporte innerhalb einer Woche auf Vorkriegsniveau zurückführen, falls die Straße von Hormus wieder geöffnet wird, so der Chef von Basra Oil. Kolumbiens Finanzminister sprach sich dafür aus, das Inflationsziel von 3 Prozent zu überprüfen.
Im weiteren Verlauf der Woche richtet sich das Augenmerk der Märkte auf eine Reihe von Inflationsdaten, die weltweit erwartet werden – darunter aus Brasilien, Mexiko und den USA. Diese Zahlen dürften weiteren Aufschluss darüber geben, wie die Zentralbanken der Region auf das volatile geopolitische Umfeld reagieren werden.

