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LBMA suspendiert Shandong Gold wegen US-Zwangsarbeitsliste

Die chinesische Scheideanstalt verliert ihren „Good Delivery"-Status, nachdem die USA sie wegen Zwangsarbeit auf die Blacklist setzten.

LBMA suspendiert Shandong Gold wegen US-Zwangsarbeitsliste

Die London Bullion Market Association (LBMA) hat die Shandong Gold Smelting Co. Ltd mit sofortiger Wirkung von ihren „Good Delivery"-Listen für Gold und Silber suspendiert. Auslöser ist die Aufnahme der chinesischen Scheideanstalt in die Entity-Liste des US-Gesetzes zur Verhinderung uigurischer Zwangsarbeit (UFLPA). Die Suspendierung tritt am 5. August in Kraft.

Das in London ansässige Gremium, das das weltweit anerkannte Akkreditierungssystem „Good Delivery" für Edelmetallraffinerien überwacht, erklärte, es habe ein Vorfallprüfungsverfahren eingeleitet. Die Suspendierung sei dabei als Zwischenmaßnahme zu verstehen – sie gilt bis zum Abschluss der laufenden Untersuchung.

„Die LBMA konzentriert sich weiterhin auf einen transparenten und strengen Ansatz und wird zu gegebener Zeit über weitere Aktualisierungen informieren", teilte der Verband mit. Zudem betonte die LBMA, dass die Prüfung Konsultationen mit einer Reihe von Stakeholdern beinhalten werde.

Reaktion von Shandong Gold Smelting

Das betroffene Unternehmen reagierte mit einer klaren Gegendarstellung. Shandong Gold Smelting teilte der LBMA mit, dass es seine Aufnahme in die UFLPA-Entity-Liste „entschieden ablehnt". Gleichzeitig begrüße das Unternehmen eine „faire, unabhängige und objektive Prüfung durch die LBMA im Rahmen der Good-Delivery-Regeln und des Responsible Sourcing Programme".

Das UFLPA ist ein US-Bundesgesetz, das darauf abzielt, den Import von Waren zu unterbinden, die unter Einsatz von Zwangsarbeit – insbesondere in der chinesischen Region Xinjiang – hergestellt wurden. Unternehmen, die auf der UFLPA-Entity-Liste geführt werden, stehen unter dem Verdacht, direkt oder indirekt von solchen Praktiken zu profitieren. Die Aufnahme in diese Liste hat weitreichende Konsequenzen für den Zugang zu internationalen Märkten.

Bedeutung des „Good Delivery"-Status

Die „Good Delivery"-Akkreditierung der LBMA gilt als einer der wichtigsten Qualitäts- und Vertrauensstandards im globalen Edelmetallhandel. Scheideanstalten mit diesem Status können ihre Barren direkt an den internationalen Barrenmärkten handeln lassen – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Ein Verlust dieser Akkreditierung, selbst wenn er zunächst nur als Suspension gilt, kann den Marktzugang erheblich einschränken.

Der Fall Shandong Gold Smelting verdeutlicht die wachsenden Auswirkungen von US-Handels- und Menschenrechtsmaßnahmen auf die globalen Lieferketten für Edelmetalle. Internationale Branchenstandards wie das „Good Delivery"-System der LBMA geraten dabei zunehmend unter Druck, politische und regulatorische Entwicklungen in ihre Akkreditierungsentscheidungen einzubeziehen. Für Investoren und Marktteilnehmer unterstreicht der Vorfall, wie eng Compliance-Fragen und Menschenrechtsstandards mittlerweile mit dem Zugang zu den globalen Rohstoffmärkten verknüpft sind.

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