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Lebensmittelkonzerne investieren Millionen wegen GLP-1-Medikamenten in Produktneuheiten

PepsiCo, Coca-Cola und Kraft Heinz reagieren auf veränderte Essgewohnheiten durch Abnehmspritzen.

Lebensmittelkonzerne investieren Millionen wegen GLP-1-Medikamenten in Produktneuheiten

Die weltweit führenden Lebensmittel- und Getränkekonzerne stellen ihre Produktpaletten grundlegend um. Auslöser ist die rasant steigende Verbreitung von GLP-1-Medikamenten wie Ozempic und Wegovy, die das Essverhalten von Millionen Menschen in den USA verändern. Unternehmen wie PepsiCo, Coca-Cola und Kraft Heinz investieren Hunderte Millionen Dollar in Produktinnovationen.

Fast drei Dutzend Konzerne außerhalb der Gesundheitsbranche haben GLP-1-Medikamente bereits in ihren Quartalsberichten thematisiert – ein deutlicher Anstieg gegenüber 14 im Vorjahreszeitraum und nur fünf vor zwei Jahren, wie Daten von LSEG zeigen. Die Branche hat erkannt: Die Abnehmspritzen sind kein vorübergehender Trend, sondern ein dauerhaftes Phänomen.

Laut einer Analyse von PwC nutzt mittlerweile in etwa 20 Prozent der US-Haushalte mindestens eine Person GLP-1-Medikamente. Die Akzeptanz hat sich in den zwölf Monaten bis Dezember mehr als verdoppelt. Diese Nutzer nehmen im Durchschnitt 40 Prozent weniger Kalorien zu sich, der Dessertkonsum ist um 84 Prozent gesunken, während frisches Obst und Gemüse um über 70 Prozent zugelegt haben.

Milliardenverluste bei Snacks befürchtet

Die Ernährungsumstellung könnte die Snack-Industrie teuer zu stehen kommen. EY-Parthenon schätzt, dass der Branche in den nächsten zehn Jahren Umsatzeinbußen von 12 Milliarden Dollar drohen. Die Warenkörbe von Familien sind bereits um vier bis sechs Prozent geschrumpft, bei Einpersonenhaushalten sogar um bis zu neun Prozent.

Peter ter Kulve, CEO von Magnum Ice Cream, beobachtet zwar weiterhin Süßigkeitenkonsum, aber eine "deutliche Reduzierung von gedankenlosem Knabbern und Heißhungerattacken" bei GLP-1-Nutzern. Diese Erkenntnis treibt die Konzerne zu schnellem Handeln an.

Massive Investitionen in Produktneuheiten

Kraft Heinz kündigte Investitionen von 600 Millionen Dollar für dieses Jahr an, um vernachlässigte Marken wie Oscar Mayer wiederzubeleben. Die geplante Unternehmensspaltung wurde gestoppt. Der neue Konzernchef setzt stattdessen auf Innovation und Produktverbesserung.

PepsiCo hat die Linie "Simply NKD" eingeführt und formuliert Marken wie Lay's und Gatorade neu. Künstliche Farbstoffe und Aromen werden entfernt, kleinere Portionsgrößen angeboten. "Ich denke, es gibt mehr Chancen als Risiken, aber es gibt beides", sagte CEO Ramon Laguarta.

Coca-Cola hat die Produktion seiner proteinangereicherten Fairlife-Milch hochgefahren. Der künftige Konzernchef drängte in seiner ersten Analystenkonferenz auf schnellere Innovationen. General Mills brachte im Dezember 2024 proteinreichere Cheerios auf den Markt und reagiert damit auf den Wettbewerbsdruck bei Frühstücksprodukten.

Fokus auf Protein und kleinere Portionen

Die Investitionsausgaben der großen Lebensmittelkonzerne werden in diesem Jahr deutlich steigen. Bei General Mills könnten sie laut LSEG-Daten um bis zu 23 Prozent zulegen. Die Unternehmen konzentrieren sich auf kürzere Zutatenlisten, höheren Proteingehalt und kleinere Packungsgrößen.

"Wir erwarten, dass GLP-1 und andere Medikamente gegen Fettleibigkeit einen dauerhaften Einfluss auf die Lebensmittel- und Ernährungslandschaft haben werden", erklärte Jeffrey Harmening, CEO von General Mills, auf der CAGNY-Konferenz. Die Verbraucher würden zu kleineren Portionen sowie nährstoffreicheren, protein- und ballaststoffreichen Lebensmitteln greifen.

Conagra Brands investiert verstärkt in Snacks wie Slim Jim-Fleischsticks, Nüsse und Samen. Ein Unternehmensbericht hob die steigende Nachfrage nach proteinreichen, portionskontrollierten Lebensmitteln hervor, besonders bei Generation Z und Millennials. "Es gibt niemanden da draußen, der nicht Forschungs- und Entwicklungsgelder gegen diesen Trend einsetzt", bestätigte Peter Mangan von Portage Point Partners.

Auch kleinere Unternehmen wittern ihre Chance. Snap Kitchen aus Austin erweiterte seine Speisekarte um Produkte mit höherem Ballaststoffgehalt und magerer Proteindichte. "Die GLP-1-Chance hat unseren Fokus geschärft und unsere Pipeline beschleunigt", so CEO Mitchell Raisch. Ali Furman von PwC warnt: "Wir fangen gerade erst an, die Oberfläche der Folgewirkungen dieser Art von physiologischer Disruption zu kratzen."

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