LEG korrigiert Jahresziele nach oben
Immobilienwert stabilisiert sich, aber Verschuldung steigt trotz Verlust im ersten Halbjahr

Der Düsseldorfer Immobilienkonzern LEG hat seine Jahresziele nach oben korrigiert, obwohl das Unternehmen im ersten Halbjahr 2024 einen Verlust von 143 Millionen Euro verzeichnete. Dieser Verlust resultiert aus der notwendigen Abwertung seines Immobilienbestands, der um 1,6 Prozent reduziert werden musste. Dies ist jedoch eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr, als die Abwertung noch deutlich höher ausfiel. Damit scheint der Abwertungstrend, der die Branche in den letzten Quartalen stark belastete, zumindest vorerst gestoppt. Auch der größte Konkurrent Vonovia berichtete über eine ähnliche Entwicklung und sieht die Immobilienkrise als überwunden an.
Der Chef von LEG, Lars von Lackum, äußerte sich optimistisch über die Situation am Wohnungsmarkt und deutete eine Belebung im Transaktionsmarkt an. Trotz der positiven Signale bleibt die finanzielle Lage angespannt. Der Verschuldungsgrad des Unternehmens, gemessen am sogenannten Loan-to-Value (LTV), stieg von 48,4 Prozent Ende 2023 auf nun 49 Prozent. Dieser Anstieg zeigt, dass der Wert der Immobilien weiter sinkt, was die Schuldenquote erhöht. Für die Immobilienunternehmen ist der LTV von großer Bedeutung, da er Einfluss auf Ratings, Kreditverträge und die Finanzierungskosten hat.
Um den LTV zu senken, haben sowohl LEG als auch Vonovia damit begonnen, Teile ihrer Immobilienbestände zu verkaufen. Seit Jahresbeginn trennte sich LEG von etwa 2.900 Wohnungen, was einen Erlös von rund 285 Millionen Euro einbrachte. Diese Verkäufe fanden insgesamt leicht über dem Buchwert statt, was als positives Signal für den Immobilienmarkt gewertet werden kann. Vonovia verkaufte im gleichen Zeitraum Immobilien im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro.
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Zur AktienanalyseIm operativen Geschäft zeigte sich LEG ebenfalls stabil. Das Unternehmen, das über 165.000 Wohnungen besitzt, erzielte einen Mittelzufluss (AFFO) von 110 Millionen Euro, was leicht unter dem Vorjahreswert von 118,6 Millionen Euro liegt. Allerdings war das Vorjahr durch einen positiven Sondereffekt in Höhe von 16 Millionen Euro beeinflusst. Bereinigt um diesen Effekt, stieg der AFFO um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was als solides Ergebnis gewertet werden kann. Aufgrund dieser Entwicklung erhöhte LEG die Prognose für den AFFO im Gesamtjahr auf 190 bis 210 Millionen Euro. Zudem stieg die Nettokaltmiete im ersten Halbjahr um 3,3 Prozent.


