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Lincoln International plant seltenen Börsengang einer Boutique-Investmentbank

Die auf private Kapitalmärkte spezialisierte Beratungsbank will unter dem Kürzel „LCLN" an der New York Stock Exchange notiert werden.

Lincoln International plant seltenen Börsengang einer Boutique-Investmentbank

Lincoln International, eine auf private Kapitalmärkte spezialisierte Investmentbank mit Sitz in Chicago, Illinois, strebt einen Börsengang an der New York Stock Exchange an. Das Unternehmen soll unter dem Tickersymbol „LCLN" gehandelt werden. Goldman Sachs und Morgan Stanley fungieren als gemeinsame Konsortialführer der Emission.

Der Schritt ist bemerkenswert selten: Boutique-Investmentbanken gehen nur äußerst selten selbst an die Börse. Mit der Notierung würde Lincoln International an die Seite von Häusern wie Moelis & Company und Houlihan Lokey treten, die seit 2010 in New York gelistet sind. Beide gelten als Maßstab für unabhängige M&A-Berater im US-Markt.

Starke Finanzzahlen als Grundlage

Die Zahlen aus dem Börsenprospekt unterstreichen das Wachstum des Unternehmens eindrucksvoll. Im Jahr 2025 erzielte Lincoln International einen Nettogewinn von 214,1 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 783,8 Millionen US-Dollar. Im Vorjahr lagen diese Werte noch bei einem Nettogewinn von 163,6 Millionen US-Dollar und einem Umsatz von 578,7 Millionen US-Dollar – ein deutlicher Sprung nach oben.

Lincoln International wurde 1996 von Jim Lawson und Rob Barr gegründet und berät vorrangig Buyout-Firmen, Private-Credit-Investoren sowie privat geführte Unternehmen. Der Fokus im M&A-Bereich liegt auf Transaktionen am privaten Markt mit einem Volumen zwischen 250 Millionen und 2 Milliarden US-Dollar. Damit bedient das Unternehmen ein Segment, das von den großen Universalbanken oft weniger intensiv betreut wird.

Zu den jüngsten Referenztransaktionen zählt die Beratung von Madison Industries beim Verkauf von Madison Fire & Rescue an 3M und Bain Capital für 1,95 Milliarden US-Dollar Anfang 2025. Im Vorjahr begleitete Lincoln International zudem den betrieblichen Rentenanbieter Cushon beim Verkauf an den Versicherungsmakler WTW.

Globale Präsenz und jüngste Übernahme

Das Unternehmen beschäftigt Ende 2025 rund 1.400 Fachkräfte, darunter 161 Managing Directors, verteilt auf mehr als 30 Niederlassungen in 14 Ländern. Im Oktober 2025 schloss Lincoln International die Übernahme von MarshBerry ab – einem Beratungsunternehmen mit mehr als 40 Jahren Erfahrung in den Bereichen Versicherungsmaklergeschäft, Versicherungsvertrieb und Vermögensverwaltung.

Der Börsengang fällt in eine Phase, in der sich der IPO-Markt nach einer kurzen Flaute im März wieder belebt hat. Die nachlassenden Sorgen über einen langwierigen Konflikt im Nahen Osten haben das Sentiment verbessert. Josef Schuster, CEO von IPOX, kommentierte gegenüber Reuters: „Die US-IPO-Aktivität wurde nicht von geopolitischen Unsicherheiten beeinflusst. Diese Entkopplung unterstreicht das Potenzial der Anlageklasse IPO für Investoren und Dienstleister." Schuster ergänzte: „Ein goldenes Zeitalter für US-Börsengänge ist angebrochen."

Mit Blick auf Lincoln International speziell sagte Schuster: „Wir sehen eine besonders starke Nachfrage nach Transaktionen mit Sitz in den USA in Spezialbranchen und glauben, dass sich dies positiv auf den Börsengang von Lincoln International auswirken wird."

Dealmaking erholt sich weltweit

Der Wert des weltweiten Dealmakings hat sich in den vergangenen Wochen nach einem starken Einbruch zu Beginn des Krieges im Iran wieder erholt. Führungskräfte schütteln die Volatilität ab und treiben größere Transaktionen voran. Top-Manager an der Wall Street erwarten, dass sich das Dealmaking im Jahr 2026 weiter beschleunigen wird – gestützt durch geldpolitische Lockerungen, Investitionen in künstliche Intelligenz und ein ausgewogeneres Regulierungsumfeld in den USA.

Im Rahmen des Angebots planen sowohl Lincoln International selbst als auch einige seiner bestehenden Aktionäre, Aktien zu verkaufen. Details zur genauen Anzahl der angebotenen Aktien sowie zur Preisspanne wurden bislang nicht veröffentlicht.

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