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Lindt & Sprüngli wächst trotz teurerem Kakao

Preisanstiege, Ernteausfälle und volatile Märkte belasten die Schokoladenbranche

Lindt & Sprüngli wächst trotz teurerem Kakao

Lindt & Sprüngli konnte im vergangenen Geschäftsjahr seinen Umsatz steigern, sah sich jedoch mit deutlich gestiegenen Kakaopreisen konfrontiert. Das Schweizer Schokoladenunternehmen verzeichnete ein organisches Wachstum von 7,8 Prozent und erreichte einen Umsatz von 5,47 Milliarden Schweizer Franken. Besonders in europäischen Märkten wie Großbritannien, Frankreich und den Benelux-Staaten konnte das Unternehmen zweistellige Zuwächse erzielen. Auch in Deutschland, dem größten Schokoladenmarkt Europas, wurde ein mittleres einstelliges Wachstum verzeichnet.

Das operative Ergebnis stieg um 8,7 Prozent auf 884 Millionen Schweizer Franken, während die Marge mit 16,2 Prozent über dem Vorjahreswert lag. Der Reingewinn belief sich auf 672 Millionen Schweizer Franken, was einem Zuwachs von 0,1 Prozent entspricht. Trotz der Herausforderungen durch gestiegene Rohstoffpreise und volatile Märkte zeigte sich CEO Adalbert Lechner mit der Entwicklung zufrieden. Als zentrale Faktoren für die erhöhte Profitabilität wurden eine strikte Kostenkontrolle, Effizienzsteigerungen, Prozessoptimierungen und notwendige Preisanpassungen genannt.

Die steigenden Kosten für Kakao machen sich besonders bei Feiertagsprodukten bemerkbar. In der vergangenen Weihnachtszeit waren Preiserhöhungen von bis zu 50 Prozent bei Schokoladenfiguren zu beobachten. Auch für die bevorstehende Osterzeit wird mit höheren Preisen gerechnet. Die Produktion von Schoko-Osterhasen bleibt mit rund 120 Millionen Stück stabil, doch Verbraucher müssen mit weiteren Preissteigerungen rechnen. Bereits im vergangenen Jahr stieg der Preis für eine 100-Gramm-Tafel Schokolade um fast 15 Prozent. Der Hersteller Alfred Ritter erhöhte den Preis seiner Alpenmilch-Tafel um 27 Prozent auf 1,89 Euro.

Die Ursache für die anhaltenden Preisanstiege liegt vor allem in den schlechten Erntebedingungen in den Hauptanbaugebieten. In westafrikanischen Ländern wie Ghana und der Elfenbeinküste führten extreme Wetterereignisse zu erheblichen Ernteausfällen. Während Trockenheit in einigen Regionen zu Problemen führte, sorgten Überflutungen in anderen Gebieten für eine schlechtere Qualität der Bohnen. Zusätzlich bedroht ein aggressives Pflanzenvirus den Kakaobestand in diesen Ländern. Ghana und die Elfenbeinküste produzieren zusammen mehr als die Hälfte des weltweiten Kakaos, für den deutschen Markt liegt ihr Anteil bei etwa 80 Prozent.

Die weltweite Kakaoproduktion sank in der letzten Erntesaison um 11,6 Prozent auf 4,46 Millionen Tonnen. Infolgedessen kletterte der Preis für eine Tonne Kakao auf ein Rekordniveau von über 12.000 Dollar. Trotz eines Rückgangs auf aktuell rund 8.000 Dollar bleibt der Markt volatil. Die deutsche Süßwarenindustrie rechnet daher auch für das laufende Jahr nicht mit einer Entspannung der Lage.

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