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Lithium-Preise explodieren: China streicht Steuervorteile

Lithiumcarbonat-Futures schießen um 9 Prozent nach oben und erreichen den höchsten Stand seit November 2023. Auslöser ist Chinas Ankündigung, Steuerrückerstattungen für Batterieexporte schrittweise abzuschaffen.

Lithium-Preise explodieren: China streicht Steuervorteile

Die Lithiumpreise in China haben am Montag einen spektakulären Sprung hingelegt. Der meistgehandelte Lithiumcarbonat-Kontrakt an der Guangzhou Futures Exchange schloss am täglichen Handelslimit mit einem Plus von 9 Prozent bei 156.060 Yuan pro Tonne – dem höchsten Niveau seit November 2023.

Steuerliche Anreize werden zurückgefahren

Auslöser der Kursrally ist die Ankündigung des chinesischen Finanzministeriums vom Freitag. Demnach werden die Mehrwertsteuer-Exportrückerstattungen für Batterieprodukte ab April von derzeit 9 auf 6 Prozent reduziert. Ab dem 1. Januar 2027 entfallen die Steuervergünstigungen dann vollständig.

Investoren und Analysten rechnen nun damit, dass Batteriehersteller ihre Exportlieferungen vor Ablauf der Frist massiv beschleunigen werden. Dies dürfte die Batterieproduktion kurzfristig deutlich ankurbeln und damit auch die Nachfrage nach dem Rohstoff Lithium in die Höhe treiben.

Kampf gegen Überkapazitäten

Analysten des chinesischen Brokers Orient Securities sehen in der Maßnahme ein klares Signal: Peking will den übermäßigen Verdrängungswettbewerb in der Batterieindustrie eindämmen. Die chinesische Regierung hat bereits mehrfach angekündigt, gegen Überkapazitäten in Schlüsselindustrien vorzugehen.

Obwohl sich die Steuerrückerstattung direkt auf Batterieexporte und nicht auf Lithiumcarbonat bezieht, erwarten Experten einen deutlichen Nachfrageschub. Der Ansturm auf Batterielieferungen vor der Frist werde die kurzfristige Produktion erhöhen und somit automatisch mehr Lithium benötigt.

Preise steigen seit Mitte 2025

Die Lithiumpreise in China befinden sich bereits seit Mitte 2025 in einem Aufwärtstrend. Vom Tiefpunkt des vergangenen Jahres haben sie sich um beeindruckende 167 Prozent erholt. Neben Pekings Maßnahmen gegen Überkapazitäten treiben weitere Faktoren die Preise:

• Die Einstellung der Produktion in der Jianxiawo-Mine des Batteriegiganten CATL • Wachsende Nachfrage nach Energiespeichersystemen • Erwartete Belebung der Elektrofahrzeug-Verkäufe

Auswirkungen auf deutsche Investoren

Für deutsche Anleger sind diese Entwicklungen von besonderer Bedeutung. China dominiert die globale Batterieproduktion und damit auch den Lithiummarkt. Steigende Rohstoffpreise könnten sich auf die Kosten von Elektrofahrzeugen auswirken und die Margen europäischer Autobauer unter Druck setzen.

Gleichzeitig profitieren Lithiumproduzenten und Bergbauunternehmen von der Preisentwicklung. Die kurzfristige Nachfragesteigerung durch vorgezogene Exporte könnte den Aufwärtstrend weiter befeuern, bevor sich der Markt mittelfristig neu sortiert.

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