LNG Canada kämpft mit technischen Problemen beim Start
Erste Exporte laufen schleppend – westkanadische Gaspreise bleiben auf niedrigem Niveau

Ein technisches Problem verzögert den Hochlauf von LNG Canada, dem ersten großen Exportterminal für Flüssigerdgas in Kanada. Die von Shell geführte Anlage in Kitimat an der Westküste Britisch-Kolumbiens, die direkten Zugang zum asiatischen Markt bieten soll, arbeitet derzeit nur mit begrenzter Kapazität. Nach Angaben mehrerer mit dem Vorgang vertrauter Personen sowie Daten von LSEG zur Schiffsbewegung hat ein LNG-Tanker in den vergangenen Tagen ohne Ladung von der Anlage abgedreht.
Die Anlage soll im Vollbetrieb täglich rund zwei Milliarden Kubikfuß Gas in Flüssigerdgas umwandeln. Marktteilnehmer hatten darauf gehofft, dass dies den Preis für westkanadisches Erdgas steigen lassen würde. Doch trotz des Produktionsstarts am 1. Juli bleiben die Preise niedrig. Am Alberta Energy Company (AECO)-Knotenpunkt lag der Tagespreis zuletzt bei nur 0,22 US-Dollar pro mmBtu, während der Referenzwert am Henry Hub in den USA bei 3,12 US-Dollar lag.
Zwei der insgesamt vier Quellen berichten, dass die erste Produktionseinheit – auch als „Train 1“ bezeichnet – bislang mit weniger als halber Kapazität betrieben wird. Technische Schwierigkeiten bei einer Gasturbine sowie bei einer Anlage zur Herstellung von Kühlmitteln, der sogenannten Refrigerant Production Unit (RPU), sollen für die eingeschränkte Produktion verantwortlich sein. Alle Quellen sprachen unter der Bedingung der Anonymität, da die Informationen nicht öffentlich sind.
Ein Sprecher von LNG Canada erklärte, dass eine neue Anlage dieser Größenordnung beim Hochfahren typischerweise mit operativen Herausforderungen konfrontiert sei. Die Probleme würden im Rahmen der Anlaufphase erwartet. Ein Tanker namens „Ferrol Knutsen“, der ursprünglich Kurs auf den Hafen Kitimat genommen hatte, änderte seine Route und befindet sich nun vor der Küste Kaliforniens auf dem Weg nach Peru. Andere Schiffe verharren weiter in der Nähe der kanadischen Anlage.
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Zur AktienanalyseLNG Canada ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Shell, dem malaysischen Konzern Petronas, PetroChina, dem japanischen Handelsunternehmen Mitsubishi Corporation und dem südkoreanischen Gasanbieter KOGAS. Die Exportkapazität der Anlage soll im Regelbetrieb 14 Millionen Tonnen Flüssigerdgas pro Jahr betragen. Bisher wurden seit dem Betriebsstart vier Lieferungen exportiert, die erste am 1. Juli. Eine weitere Lieferung sei in den kommenden Tagen geplant. Laut Unternehmensangaben ist in Phase 1 der reguläre Versand eines Exporttankers alle zwei Tage vorgesehen.


