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LNG-Frachtraten steigen auf Achtmonatshoch

Engpass bei Tankern und Nahost-Konflikt treiben Kosten zusätzlich in die Höhe

LNG-Frachtraten steigen auf Achtmonatshoch

Die Frachtraten für Flüssigerdgas (LNG) haben ihren höchsten Stand seit acht Monaten erreicht. Grund dafür ist eine knappe Verfügbarkeit von Tankern, während sich die Lage im Nahen Osten weiter zuspitzt. Nach Angaben des Preisdienstleisters Spark Commodities wurde der Frachttarif im Atlantik für Schiffe mit Zwei-Takt-Motoren und einer Ladekapazität von 174.000 Kubikmetern LNG am Montag auf 51.750 US-Dollar pro Tag beziffert. Dies ist der höchste Wert seit dem 3. Oktober 2024.

Auch im Pazifik stiegen die Frachtraten deutlich an. Für denselben Schiffstyp erreichte die Tagesrate laut Spark Commodities 36.750 US-Dollar, den höchsten Wert seit dem 25. Oktober 2024. Analyst Qasim Afghan führt den Anstieg der weltweiten LNG-Frachtraten auf eine zunehmend angespannte Marktlage zurück. Diese sei vor allem auf die Verknappung verfügbarer Schiffe zurückzuführen, die wiederum durch geänderte Preissignale für US-Lieferungen verursacht worden sei. Zusätzlich habe sich die Situation durch die angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten weiter verschärft.

Ein wesentlicher Faktor für die gestiegene Nachfrage nach LNG-Tankern ist eine Ausschreibung Ägyptens, bei der das Land bis zu 160 LNG-Ladungen bis zum Jahr 2026 einkaufen möchte. Noch im Februar waren die Frachtraten auf ein Fünfjahrestief gefallen. Eine Ausweitung der globalen Flotte sowie hohe Preise in Europa hatten dazu geführt, dass US-Lieferungen bevorzugt in der Atlantikregion verblieben, was die durchschnittliche Fahrtdauer verkürzte und die Zahl verfügbarer Schiffe erhöhte.

In den letzten zwei Wochen hat sich jedoch die Wirtschaftlichkeit von LNG-Lieferungen nach Europa und Asien angeglichen. Spotlieferungen werden dadurch vermehrt nach Asien über das Kap der Guten Hoffnung umgeleitet. Das verlängert die Fahrtzeiten und reduziert die Verfügbarkeit von Schiffen auf dem Markt.

Der andauernde Konflikt zwischen Israel und Iran hat zusätzlich zu einer angespannten Lage in der Seeschifffahrt geführt. Beide Länder haben zuletzt Raketen aufeinander abgefeuert, was die Sorge schürt, der Iran könnte als Vergeltungsmaßnahme die Straße von Hormus blockieren. Infolgedessen zögern Reedereien, neue Charterverträge abzuschließen, was die Frachtraten weiter in die Höhe treibt. Die Versicherungskosten für LNG-Tanker, die durch die Straße von Hormus fahren, sind erheblich gestiegen. Ein Branchenkenner spricht von einer Verfünffachung der Kriegsrisikoprämie seit Beginn der aktuellen Auseinandersetzungen. Die Wasserstraße zwischen Iran und Oman ist ein zentrales Nadelöhr: Rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gasversorgung werden durch sie transportiert. Auch Katar, einer der weltweit führenden LNG-Exporteure, verschifft nahezu seine gesamte Produktion durch diese Region.

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