LNG-Tanker drehen ab: Iran sperrt Straße von Hormus erneut
Fünf katarische LNG-Tanker ändern ihren Kurs, nachdem der Iran Schiffskapitäne vor der gesperrten Meerenge warnte.

Mehrere Flüssigerdgastanker haben ihren Kurs in Richtung der Straße von Hormus geändert, nachdem der Iran Schiffskapitäne erneut vor einer Sperrung der strategisch bedeutsamen Meerenge gewarnt hat. Laut Schiffsverfolgungsdaten, die von Bloomberg zusammengestellt wurden, unterbrachen fünf LNG-Tanker ihre Fahrt in Richtung der westlichen Einfahrt der Meerenge. Die betroffenen Schiffe waren zuvor in Katar beladen worden.
Die fünf Tanker hatten bereits mehr als einen Monat lang im Persischen Golf festgesessen, bevor sie ihren Kurs aufnahmen – nur um ihn kurz darauf wieder zu ändern. Die Kursänderung erfolgte unmittelbar nach den Warnungen des Iran an die Schiffskapitäne, dass die Meerenge weiterhin für den Schiffsverkehr gesperrt bleibt. Dies verdeutlicht die anhaltende Unsicherheit für den globalen Energietransport in der Region.
Strategische Bedeutung der Straße von Hormus
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch diese schmale Meerenge zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel wird ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels abgewickelt. Eine Sperrung oder auch nur die Androhung einer solchen hat daher unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und die Versorgungssicherheit importabhängiger Länder – darunter auch viele europäische Staaten.
Katar gehört zu den weltweit größten Exporteuren von Flüssigerdgas (LNG). Das Land ist für zahlreiche europäische und asiatische Abnehmer ein zentraler Lieferant. Wenn katarische LNG-Tanker nicht durch die Straße von Hormus fahren können, ist ihr Weg zu den Weltmärkten blockiert, da die Meerenge die einzige Ausfahrt aus dem Persischen Golf darstellt.
Tanker seit über einem Monat im Persischen Golf festgesessen
Besonders bemerkenswert ist, dass die fünf betroffenen LNG-Tanker bereits mehr als einen Monat lang im Persischen Golf festsaßen. Dies deutet darauf hin, dass die Sperrung der Meerenge kein kurzfristiges Ereignis ist, sondern die Schifffahrt in der Region seit geraumer Zeit erheblich beeinträchtigt. Die erneute Warnung des Iran an die Kapitäne zeigt, dass eine baldige Öffnung der Route nicht in Sicht ist.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger und Energieverbraucher ist die Entwicklung rund um die Straße von Hormus von besonderer Relevanz. Deutschland und die Europäische Union haben in den vergangenen Jahren ihre LNG-Importkapazitäten deutlich ausgebaut, um die Abhängigkeit von russischem Pipelinegas zu reduzieren. Anhaltende Störungen auf wichtigen LNG-Lieferrouten könnten die Versorgungssicherheit und die Energiepreise in Europa beeinflussen.
Die Situation bleibt angespannt. Schiffsverfolgungsdaten zeigen, dass die betroffenen Tanker ihre Fahrt in Richtung der Meerenge unterbrochen haben und abwarten. Wie lange die Sperrung andauert und welche weiteren Konsequenzen sie für den globalen LNG-Markt haben wird, bleibt vorerst offen.


