Los Angeles: Ehepaar betreibt erfolgreiches Café im eigenen Wohnhaus
Sydney Wayser und Isaac Watters nutzen kalifornisches MEHKO-Programm für ihr Home-Café Granada.

Ein ungewöhnliches Geschäftsmodell erobert Los Angeles: Das Ehepaar Sydney Wayser (39) und Isaac Watters (42) betreibt seit Januar 2026 ein florierendes Café in ihrem eigenen Haus in Angelino Heights, Echo Park. Das Granada hat sich bereits einen Monat nach der Eröffnung zum angesagtesten neuen Café der Stadt entwickelt.
An einem typischen Februartag strömen Dutzende Gäste in den Hinterhof des Paares, trinken Kaffee, arbeiten an Laptops oder plaudern in Gruppen. Die Nachfrage ist so groß, dass das Gebäck regelmäßig ausverkauft ist und Nachschub per DoorDash bestellt werden muss. "Ich glaube, dass die Menschen sich wirklich nach Gemeinschaft sehnen", erklärt Wayser. "Das Besondere ist die private Intimität, die man nur in einem Wohnhaus findet."
MEHKO-Programm ermöglicht Mikrounternehmen
Möglich wird das Geschäftsmodell durch das kalifornische "Microenterprise Home Kitchen Operation" (MEHKO) Programm. Dieses erlaubt Anwohnern seit 2019, Lebensmittel in ihrem eigenen Zuhause zuzubereiten und zu verkaufen. Im Bezirk Los Angeles wurde das Programm 2024 autorisiert.
Die Antragsprüfungsgebühr von 597 Dollar wurde für die ersten 1.000 Unternehmen erlassen. Die jährliche Gesundheitsgenehmigung kostet 347 Dollar und deckt Inspektionen sowie Vorschriftendurchsetzung ab. Das Programm begrenzt den Bruttojahresumsatz auf 100.000 Dollar und die Mahlzeiten auf 30 pro Tag oder 90 pro Woche.
Vom Künstlerpaar zu Café-Betreibern
Wayser und Watters, beide Musiker und bildende Künstler, hatten ihr 2019 gekauftes Haus bereits für die Bewirtung von Gästen entworfen. Als Wayser als frischgebackene Mutter nach neuen beruflichen Perspektiven suchte – ihre Arbeit in der Film- und Fernsehindustrie war aufgrund der Branchenschwierigkeiten unsicher – erschien ein gemeinsames Café als perfektes Experiment.
Den gesamten Herbst über rüsteten sie ihre Küche mit Espressomaschinen aus, schufen zusätzliche Sitz- und Essbereiche und statteten das Café mit maßgefertigter Keramik der lokalen Künstlerin Amy Louise Johnson aus. Für die Kaffeekarte holten sie Kaffee-Experten Chad Aaron an Bord, für das Gebäck die lokale Bäckerin Sasha Piligian.
Gemeinschaft statt Gewinnmaximierung
Ein rasanter Umsatzanstieg ist nicht das Ziel des Granada. "Sobald man in einem gewerblichen Raum ist und die Miete so hoch ist, geht es nicht mehr um die Gemeinschaft", betont Wayser. "Der Grund, warum das hier funktioniert, ist, dass man etwas kaufen kann oder auch nicht. Man kann so lange im Garten verweilen, wie man möchte. Unsere Hypothek müssen wir ohnehin bezahlen."
Das Paar erwägt, die Öffnungszeiten zu verkürzen oder die Betriebstage zu begrenzen, um über einen längeren Zeitraum aktiv bleiben zu können. Maximal könnten sie mit ein oder zwei Kaffeewagen die MEHKO-Umsatzgrenze auf 150.000 Dollar erhöhen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseInspiration für andere Gründer
Wayser hofft, dass der Erfolg andere Menschen zur Selbstständigkeit inspiriert. Derzeit gibt es etwa 265 MEHKO-zugelassene Betriebe im Bezirk Los Angeles. "Es gibt nicht sehr viele Möglichkeiten, ein neues Unternehmen in so kurzer Zeit zu gründen", sagt sie. Das Programm sei besonders für junge Eltern geeignet, da es sich um den Schultag herum organisieren lasse.
Die Bekanntheit des Granada eröffnet dem Paar neue Geschäftsmöglichkeiten wie private Veranstaltungen, Konzerte und Kunstausstellungen in ihrem Haus. Ein Nachbar plant bereits, sich für MEHKO zu bewerben und Sandwiches aus seinem Fenster zu verkaufen. "Das hier würde zur MEHKO-Allee werden", scherzt Wayser.


