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Lotus Resources stoppt Uranproduktion in Malawi wegen Geräteschäden

Geopolitische Spannungen im Nahen Osten und Defekte an feuerfesten Ziegeln zwingen den australischen Uranproduzenten zur Produktionspause.

Lotus Resources stoppt Uranproduktion in Malawi wegen Geräteschäden

Das an der australischen Börse ASX notierte Unternehmen Lotus Resources hat die Produktion in seiner Uranmine Kayelekera in Malawi vorübergehend eingestellt. Zwei Faktoren treffen das Unternehmen gleichzeitig: Geräteschäden in der Verarbeitungsanlage sowie eine gestörte Lieferkette für Schwefelsäure, die auf geopolitische Konflikte im Nahen Osten zurückzuführen ist. Der Kassenbestand des Unternehmens beläuft sich derzeit auf 26 Millionen US-Dollar.

Seit dem Wiederanlauf der Mine hatte Lotus Resources Schwefelsäure von Drittanbietern bezogen, während die eigene Säureanlage in Kayelekera in Betrieb genommen wurde. Die anhaltenden politischen Spannungen im Nahen Osten haben jedoch die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und die Kosten von Schwefel und Schwefelsäure erheblich beeinträchtigt. Mehrere vertraglich vereinbarte und im Voraus bezahlte Lieferungen erfolgen nun verspätet oder werden gar nicht erfüllt.

Defekte Ziegel im Schwefelofen als zusätzliches Problem

Nach den letzten Phasen der Heißinbetriebnahme der hauseigenen Säureanlage zeigten mehrere feuerfeste Ziegel im Schwefelofen Anzeichen von Defekten. Lotus Resources hat daraufhin mit Unterstützung von Fachingenieuren die Ursache des Ausfalls untersucht und einen Reparaturplan erarbeitet. Dabei sollen zusätzliche, bereits vor Ort verfügbare feuerfeste Ziegel eingesetzt werden – die Reparaturarbeiten sind bereits im Gange.

Das Unternehmen hat die ursprünglich für Anfang des dritten Quartals geplanten Wartungsarbeiten vorgezogen, um sie mit der aktuellen Produktionspause und den Instandsetzungsarbeiten an der Säureanlage zu koordinieren. Lotus geht davon aus, dass die reguläre Produktion im dritten und vierten Quartal wieder aufgenommen werden kann – vorausgesetzt, die Säureversorgung und die Finanzierung sind bis dahin gesichert.

Finanzierung und Abnahmeverpflichtungen unter Druck

Lotus Resources treibt derzeit Optionen für Eigenkapital- und eigenkapitalähnliche Finanzierungen voran. Diese hängen jedoch weiterhin von der erfolgreichen Inbetriebnahme der eigenen Säureanlage ab. Das Unternehmen betont ausdrücklich, dass der Handel mit seinen Wertpapieren vor Abschluss des Finanzierungsprozesses das Risiko berge, dass der Markt auf einer unzureichenden Informationsbasis agiere – was die Fähigkeit des Unternehmens gefährden könnte, den Finanzierungsprozess erfolgreich abzuschließen.

Besonders kritisch ist die Situation bei den Abnahmeverpflichtungen: Lotus ist verpflichtet, in der zweiten Hälfte des laufenden Kalenderjahres rund eine Million Pfund – umgerechnet etwa 453 Tonnen – Triuranoctoxid zu liefern. Triuranoctoxid ist eine gängige Form von Urankonzentrat. Angesichts der Produktionsverzögerungen und ausstehender Exportgenehmigungen steht das Unternehmen nun mit seinen Kunden in Kontakt, um einen erheblichen Teil dieser Lieferungen in das Kalenderjahr 2027 zu verschieben.

Das finanzielle Risiko für Lotus im Falle eines Lieferausfalls beschränkt sich laut Unternehmensangaben auf die Differenz zwischen dem vom Versorgungsunternehmen für Ersatzmaterial gezahlten Preis und dem vertraglich vereinbarten Verkaufspreis, zuzüglich etwaiger Rechtskosten oder Beschaffungsprovisionen.

Logistik und Genehmigungen machen Fortschritte

Trotz der operativen Schwierigkeiten vermeldet Lotus Resources Fortschritte auf der Genehmigungsseite. Das Unternehmen hat bereits wichtige behördliche und vertragliche Zustimmungen erhalten, darunter die Genehmigung der malawischen Atomenergie-Regulierungsbehörde für den aktualisierten Transportmanagementplan. Dieser sieht den Transit durch Sambia und Namibia vor. Zudem wurde über den Logistikpartner Alistair Group eine sambische Transportlizenz erteilt.

Die Mine Kayelekera gilt als eines der bedeutenderen Uranprojekte im südlichen Afrika. Für Lotus Resources ist die erfolgreiche Inbetriebnahme der eigenen Säureanlage der entscheidende Schritt hin zu einer nachhaltigen regulären Produktion und zur Erfüllung der Abnahmeverpflichtungen für das Jahr 2026. Das Unternehmen arbeitet weiterhin mit seinen Säurelieferanten zusammen, um die Situation zu steuern, bis sich die geopolitischen Bedingungen im Nahen Osten stabilisieren.

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